Schüler und OB vergeben Siegel Diese Osnabrücker Geschäfte verzichten auf Plastiktüten

Von Dietmar Kröger


Osnabrück. Es sah aus wie ein Einkaufsbummel mit Oberbürgermeister. War es aber nicht. Wolfgang Grieserts Gang mit einigen Schülern der Ursulaschule diente dem Kampf gegen die Plastiktüte. Die Klimabotschafter des Osnabrücker Gymnasiums besuchten mit dem Schirmherren ihrer Initiative „Plastiktütenfreies Osnabrück“ fünf Geschäfte in der Innenstadt, die der Plastiktüte den Rücken gekehrt haben und nun dafür ausgezeichnet wurden.

Die Firmen „Hosen-Center“ in der Krahnstraße, „Bewatrek“ in der Dielinger Straße, „die Möllering“ in der Redlinger Straße, „Formsache“ in der Herrenteichsstraße und „Cecil“ in der Großen Straße dürfen ihre Geschäfte ab sofort mit einem von den Schülern entworfenen Logo schmücken, das sie als plastiktütenfrei auszeichnet. Bis Ende 2017 will ein Bündnis von Umweltschützern die Stadt von Kunststoffbeuteln befreien . Angeführt wird es von den Ursulaschülern unter Leitung ihres Lehrers Tobias Romberg.

Jetzt hoffen die Initiatoren, dass weitere Geschäfte in Osnabrück dem Beispiel der fünf ausgezeichneten Einzelhändler folgen und auch auf die umweltschädlichen Plastiktaschen verzichten. So wie Bewatrek-Geschäftsführer Gerd Höner. Der Trekkingausrüster in der Dielinger Straße hat zudem in seinem Ladenlokal noch eine Tonne aufgestellt, in der alte Plastiktüten versenkt werden können . „Solche Tonnen müssten vor allem in den Geschäften stehen, in denen die Kunden etwas abgeben“, brachte Grieser t beim Anblick der Tonne eine neue Idee ins Spiel. Gerade in Reinigungen und Änderungsschneidereien würden die Kunden ihre Bekleidung doch oftmals in Plastiktüten abgeben. Da sei es doch sinnvoll, die ungeliebten Tragetaschen gegen Stoff- oder Papiertaschen einzutauschen und die Plastiktüten gleich einzusammeln. Romberg versprach die Idee aufzugreifen.

Stefanie Möllering bietet in ihrem Geschäft in der Redlinger Straße bereits Alternativen an. Eine Idee hat sie aus den Niederlanden importiert: Bunte Taschen, die aus Recyclingmaterial hergestellt wurden und sich besonders klein zusammenlegen lassen.

Große Freude herrschte bei den Umweltaktivisten darüber, dass sich mit Cecil in der Großen Straße auch eine Bekleidungskette an der Aktion beteiligt. Romberg hofft, dass auch andere Filialisten diesem Beispiel folgen. Vielleicht mit Papiertaschen, wie sie das Hosencenter in der Krahnstraße an seine Kunden ausgibt. Ein Unikat kommt da allerdings in die Vitrine: die Tasche mit dem ersten Aufkleber. Auf jeden Fall ist die Teilnahme an der Aktion für die Händler keine Formsache, auch nicht für Harald Becker vom gleichnamigen Geschäft in der Herrenteichsstraße, sondern vielmehr ein Herzensanliegen. Und deswegen dürfen sich gerne auch noch weitere Geschäfte um eine Auszeichnung bewerben.