Mathematik in der Kunst Entdeckertage für Osnabrücker Grundschüler

Von Claudia Sarrazin


Osnabrück. Bei den diesjährigen Entdeckertagen fanden die Grundschüler der Heinrich-Schüren-Schule an drei Tagen heraus, dass Mathematik und Kunst ziemlich viel gemeinsam haben können. Jeder Schüler konnte bei jeweils sechs verschiedenen Projekten zum Thema mitmachen.

Das Besondere an den Entdeckertagen war nicht nur, dass diese unter einem besonderen Motto standen, und die Kinder bei verschiedenen Projekten mitmachten, die meist ganz anderes waren als normaler Unterricht. Die Kinder arbeiteten außerdem auch in gemischten Gruppen zusammen, wobei stets Schüler der ersten beiden Grundschulklassen sowie Schüler der dritten und vierten Klassen zusammen eine Aufgabe lösten.

Bunte Quadrate auf Leinwand

Einige Schüler waren beispielsweise dabei, „Rechenkästchen mit Farbe auszumalen“, wie Vivien (10) erklärte, und die gleichaltrige Mia fügte hinzu: „Wir haben drei Rottöne und Weiß, die wir auf der Leinwand mischen.“ Andere Schüler hatten anstelle des Rotes Blau oder Gelb zur Verfügung, und Maik (10) erklärte: „Am Ende wird alles zu einem großen Kunstwerk.“ Als Ideengeber für diese Aufgabe hatte der Designer und Künstler Max Bill gedient, der in seinen Kunstwerken oft mathematische Bezüge nutzte.

Der Künstler Paul Klee als Vorbild

Auch Paul Klee war ein Vorbild für die Grundschüler: „Wir drucken mit geometrischen Formen“, erklärte Dzejlana (8). Auch Klee hatte oft mit geometrischen Figuren gearbeitet. Die Grundschüler konnten bei dieser Aufgabe zwischen Stempel in Form eines Kreises, Quadrates, Rechteckes oder Dreieckes wählen, wobei zwei Motive vorgegeben waren: Am Ende sollte eine Raupe oder ein Elefant ihr Zeichenblatt zierten. Bei der Wahl der Farben wiederum hatten die jungen Künstler freie Wahl.

Das Thema Farbe, genauer gesagt die Komplementärfarben, standen bei einem anderen Projekt im Mittelpunkt. Hier lernten die Kinder zunächst etwas über den Farbkreis von Johannes Itten und das Gemälde „Kopf eines Mannes – Senecio“ von Paul Klee, das sie nachmalen sollten. „Ich habe Gelb und Lila genommen“, erklärte Emma und zeigte stolz ihre Variation des Klee-Bildes.

QR-Codes als Kunstobjekte

Zu den weiteren Künstlern, die den Schülern als Vorbilder dienten, gehörten Wassily Kandinsky, Friedensreich Hundertwasser und Friedrich Vordemberge-Gildewart. Auf die Spuren Vordemberge-Gildewarts bringen Kunstinteressierte in Osnabrück QR-Codes, wie die Grundschüler erfuhren. Ein interaktiver Stadtrundgang mithilfe dieser Codes bietet einen unterhaltsamen Einblick in das Leben des Osnabrücker Künstlers. Nachdem die Schüler wussten, welche Besonderheiten und Möglichkeiten QR-Code bieten, schauten sie sich den Code an, der auf ihrer Schulinternetseite auf die Entdeckertage hinweist. „Wir haben den abgemalt und malen ihn nun bunt an“, berichtete Mats (10), und Johanna (9) hat gelernt: „Der funktioniert auch dann, wenn 30 Prozent falsch angezeigt wird oder bunt ist.“

Entdeckertage als Inklusionsprojekt

„Wir haben jedes Jahr Entdeckertage, bei denen entweder Naturwissenschaften oder Mathematik im Mittelpunkt stehen. In diesem Jahr haben wir Mathe und Kunst kombiniert“, berichtete die Schulleiterin Dajana Leverenz, und fügte begeistert hinzu: „Das Tolle daran ist, dass wir alle Kinder gut integrieren können, auch die von der Montessorischule.“ Jeder habe bei diesen Entdeckertagen Erfolgserlebnisse, und so würden die Projekttage auch zur Inklusion beitragen. Organisatorinnen der Entdeckertage waren in diesem Jahr die Konrektorin Matthia Gratzki und die Fachseminarleiterin für Mathematik, Heike Schrammeyer. „Sie haben die Ideen vorgegeben und die einzelnen Lehrer haben das Thema dann selbst gestaltet“, berichtete Leverenz, die die Ergebnisse der Entdeckertage anschließend in der Schule ausstellen möchte.