Serie über Chöre in der Region Seit einem Jahr existiert der Osnabrücker Popchor

Alle 14 Tage trifft sich der Popchor zur Probe. Foto: PartonAlle 14 Tage trifft sich der Popchor zur Probe. Foto: Parton

Osnabrück. Ein junger Chor, dessen Name Programm ist: Popchor nennen sich 25 Gesangsliebhaber, die sich alle zwei Wochen im Katharinenviertel treffen. „Da probt wieder der Chor“, sagen wissend die Gäste, die draußen vor dem „Herrn von Butterkeks“, dem ehemaligen Café Mojo, sitzen und sich ein leckeres Abendbrot gönnen.

Denn nebenan befindet sich die „Homezone“ , ein Raum, aus dem gerade der Coldplay-Song „Fix it“ in einer A-cappella-Version herausschallt. „Singt wütender, ihr seid kein Engelschor“, unterbricht Chorleiterin Anja Klein drinnen gerade ihre Sänger. Um ihnen bei der Intonation des rhythmisch anspruchsvollen Liedes zu helfen, lässt sie den Text einer Strophe einmal lautstark sprechen. Es wirkt; beim nächsten Gesangsversuch kommen die Stimmen gleich kräftiger und strukturierter rüber.

Songs von Leonard Cohen, Uncle Cracker, Silbermond oder auch mal ein Klassiker wie „Blue Moon“ stehen auf dem Programm des Popchors, der erst seit einem Jahr existiert. Per Zeitungsannoncen und E-Mail-Aufruf hatte Klein für ihren neuen Chor geworben, den Rest besorgte Mund-zu-Mund-Propaganda. (Weiterlesen: Für die Jacobs Gospel Singers reist Chorleiter an)

Gruppenerlebnis wichtig

„Ich finde es interessant, so ein Projekt von Anfang an mitzuerleben und mitgestalten zu können“, sagt Birgit Rosebrock. Spannend findet sie die Methode der CVT, der Complete Vocal Technique, auf deren Basis Klein arbeitet, um gute Ergebnisse zu erzielen. Die Arbeitsweise einer dänischen Wissenschaftlerin hat sie an einem Institut in Kopenhagen erlernt.

Die Entdeckung der eigenen Stimme, ihre Entwicklung und ein Hörtraining stehen im Vordergrund. „Außerdem ist das Gruppenerlebnis wichtig“, so Klein. Ein Auftritt in einem Biohofladen bedeutete den Anfang. Ralf Gebauer, der seine Frau, die im Chor mitsingt, zum Auftritt auf den Meyerhof Belm brachte, war so begeistert, dass er beschloss, auch gleich Mitglied zu werden. (Weiterlesen: Singen mit Swing und Niveau)

„Wir denken an weitere Auftritte, beispielsweise auf dem Wochenmarkt oder in Altenheimen, weil das Singen vor Publikum wichtig für die Entwicklung des Chores ist“, so Klein. Außerdem wünscht sie sich weitere Mitglieder, um in Zukunft auch vierstimmig singen zu können. „Wir brauchen mehr Männer und tiefe Frauenstimmen“, sagt sie.

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