„Demokratie mitWirkung“ Osnabrücker EMA-Schüler bei Berliner Jugendkongress

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Auf der großen Bühne im Kongresszentrum präsentierten die Teilnehmer die Ergebnisse ihrer Workshops. Foto: EMAAuf der großen Bühne im Kongresszentrum präsentierten die Teilnehmer die Ergebnisse ihrer Workshops. Foto: EMA

Osnabrück. Auf Einladung des von der Bundesregierung gegründeten „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt“ (BfDT) nahm eine siebenköpfige Delegation des Ernst-Moritz-Arndt-Gymansiums (EMA) in Berlin am jährlichen Jugendkongress teil. Das Treffen stand in diesem Jahr unter Motto „Demokratie mitWirkung“.

420 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren aus ganz Deutschland und Europa beschäftigten sich in über 70 Workshops und Außenforen mit zivilgesellschaftlichem Engagement und Fragen der Partizipation von Jugendlichen. Dabei wurden so vielfältige Themen wie Antiziganismus, Islamfeindlichkeit, Konfliktmanagement oder Gewaltprävention bearbeitet.

Das EMA reist seit vielen Jahren mit sechs Jugendlichen der Jahrgänge 10 und 11 begleitet durch Oberstudienrätin Maja Bitterer nach Berlin, um sich mit anderen Jugendlichen auszutauschen und neue Ideen und Anregungen für ihr eigenes Engagement und das interkulturelle Profil der Schule zu erhalten. Lena Carlotta Schulze, Vithursana Vijayarajah, Johanna Kröger, Sebastian Stöckel, Luise Ochs (alle Jahrgang 11) und Tom Gaese (Jahrgang 10) waren in diesem Jahr als Osnabrücker Repräsentanten in Berlin dabei. An zwei Tagen konnten die Kongressteilnehmer an insgesamt vier Workshops teilnehmen. „In den Diskussionen prallten Meinungen aufeinander, die auch in der Schule Gelerntes hinterfragen lassen“, berichtet Lena Carlotta Schulze. Johanna Kröger ergänzt: „Im Workshop „Antisemitismus – heute wie damals?“ haben wir uns sowohl mit geschichtlichen als auch mit aktuellen Formen von Antisemitismus auseinandergesetzt. Es ist erschreckend zu sehen, wie stark auch heute noch, trotz der Ereignisse im Nationalsozialismus, Antisemitismus in Deutschland verbreitet ist.“

Außenforen informierten vor allem über Berlin als Zentrum vergangener und heutiger Impulse für Demokratie und Toleranz. Auch die NS-Vergangenheit sowie die DDR-Zeit wurden mit den Foren „Einblicke in das Archiv der Stasi“ und „Denkmal und Gedächtnis“ aufgegriffen. „Im Außenforum „Denkmal und Gedächtnis“ ging es um die Frage, wie Deutschland den ermordeten Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen und Euthanasieopfern gedenkt und was das wiederum über uns selbst aussagt. Es ist schon bedenklich, wenn man sich überlegt, wie viele Jahrzehnte verstrichen sind bis überhaupt Denkmäler, so wie sie jetzt in Berlin zu finden sind, errichtet wurden“, so Johanna Kröger.

Ein Höhepunkt des Jugendkongresses für die Schülergruppe ist die Verleihung des Toleranz- und Demokratiepreises des Bündnisses für Demokratie und Toleranz, der in diesem Jahr u.a. an Juliana Gombe aus Magdeburg verliehen wurde, die einst selbst als Flüchtling aus Angola nach Deutschland kam, von Rechtsradikalen zusammengeschlagen wurde und nun dennoch ehrenamtlich Flüchtlingen hilft in Deutschland anzukommen. „Das Bild von Juliana Gombe, einer „Botschafterin für Demokratie und Toleranz“ wird mir wohl nie wieder aus dem Kopf gehen“, betonte Sebastian Stöckel nach seiner Rückkehr aus Berlin.

Die Einladung der Schülerinnen und Schüler des EMA zum Jugendkongress solle zugleich auch einen Dank für das bereits geleistete Engagement bedeuten, erklärt Maja Bitterer, die bereits zum wiederholten Male eine Schülergruppe zum Jugendkongress begleitete.

Hervorzuheben ist im Kontext des Jugendkongresses das Seminarfach „Human Rights“ im Jahrgang 11 des EMA. In diesem Seminarfachangebot werden vertieft interkulturelle Themen aufgegriffen. Mit der Teilnahme am Jugendkongress würden engagierte, vielfältig interessierte Schülerinnen und Schüler gefördert, sich auch weiterhin als Multiplikatoren für Demokratie und Toleranz zu engagieren, so Kursleiterin Maja Bitterer


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