Benefizkonzert in Osnabrück Pulveraffen entern die Bühne beim „Concert for Cuba“

Luca auf der Bühne. Foto: Thomas OsterfeldLuca auf der Bühne. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. „Concert for Cuba meets Schatzkiste“: am Freitagabend begann auf dem Gelände der Christus-König-Kirche in Haste die achte Ausgabe des Benefizfestivals „Concert for Cuba“ für die kubanische Partnergemeinde San Nicolas y San Judas in Havanna. Hervorragende Acts nicht nur aus der Region lockten trotz suboptimalen Wetters zahlreiche Besucher an, die sich auch von Wind und Regen nicht vom Feiern abhalten ließen.

Den Anfang machte am Freitag der Grevener Songwriter Tim Edler mit gefühlvollen Balladen. Seine Lieder handeln überwiegend von Liebe und Sehnsucht; den drohenden Kitschalarm vermeidet der starke Pianist Edler vor allem durch seine kräftige, rauhe Stimme, der man den Metal-Background ihres Besitzers deutlich anhört.

Heimspiel für die Pulveraffen

Die Osnabrücker Sängerin Luca ist eher eine Frau der leisen Töne: Unterstützt von ihrem Schlagzeuger sang sie ihre beschwingten Songs zart, aber souverän und lockte die Zuschauer Schritt für Schritt in Richtung Bühne, während es allmählich frischer wurde. „Hör auf, so cool zu sein“ - der Titel dieses Liedes von Luca bringt ihre Attitüde gut auf den Punkt. Denn: vielleicht ist es ja gerade krass, ganz normal zu sein inmitten der Horde total ausgeflippter Individualisten heutzutage. Zum Tanzen brachte Luca die wachsende Menge vor der Bühne zwar noch nicht, aber ohne Zugabe ließen die Leute sie trotzdem nicht von der Bühne.

Kein Zweifel: Mit Abstand die meisten Gäste kamen am Freitag wegen Mister Hurley und den Pulveraffen. Obwohl die Band aus Haste stammt und die Drähte dementsprechend kurz sind, mussten die Veranstalter sich drei Jahre gedulden, bis sie die Piraten-Rocker endlich auf ihrer Bühne hatten - in den vergangenen Jahren kam ein Engagement nicht zustande, weil die Affen soviel unterwegs sind. Die Truppe beehrt unter anderem in diesem Jahr zum wiederholten Mal das Metal-Mekka in Wacken, was in der Szene in etwa einem Ritterschlag entspricht.

„Grog´n´Roll“

Mit wenigen Handgriffen funktionierten die Helfer die Bühne um zum Deck eines Piratenschiffs, und vom ersten Ton an hatten die Brüder Erichsen die Leute voll im Griff. „Grog´n´Roll“ nennt das Trio seine Musik; der Sound ist eine Mischung aus Folk, Punk und piratigen Vocals. Das Wetter wurde nicht besser, aber den Leuten war es egal: sie feierten ihre Lieblingsfreibeuter kräftig ab. Mit einer steifen Brise in den Segeln legte „die Geißel der See“ ein unterhaltsames Set hin und sorgte für signifikant steigenden Bierkonsum im hingebungsvoll mitsingenden Publikum.

Am heutigen Samstag geht es zunächst weiter mit einem Kindernachmittag; ab 18 Uhr eröffnet dann das Bonedry Rhythm & Soul Orchestra den Konzertabend. Hi!Spencer, der Caught Indie Act und Wästerlandorchester & Armee der Verlierer sorgen im Anschluss für Laune.


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