zuletzt aktualisiert vor

Radtouren in der Region (9) Von Bramsche nach Osnabrück: Immer am Wasser entlang

Von



ix Osnabrück. An der Hase, am Stichkanal und zum Abschluss wieder an der Hase entlang führen die 22 Radwander-Kilometer ohne Steigungen von Bramsche nach Osnabrück.

Es ist die zweite Tour von der Tuchmacher- in die Friedensstadt, die Realschullehrer Heinz Wüppen für seine „Radfahr-Blüte“ von sechs Bahnhöfen zurück nach Osnabrück ausgetüftelt hat. Wieder geht’s mit der Nordwestbahn die 15 Minuten nach Bramsche. Diesmal fahren wir aber, anders als bei unserer ersten Bramsche-Osnabrück-Tour, nicht „nur“ durch Bramsche hindurch, sondern über den Mühlenort zum Tuchmachermuseum . Hier lebt Bramsches lange Geschichte als Tuchmacherstadt wieder auf. Das kann man dienstags bis sonntags (10 bis 17 Uhr), bei öffentlichen Führungen, aber auch bei Programmen für Kindergeburtstage nachempfinden.

Hase-Ems-Radweg

Über den von historischen Gebäuden gesäumten Mühlenort und den Tuchmacherpfad fahren wir über die Brücke der Mühle und bleiben nun auf dem ausgeschilderten „Hase-Ems-Radweg“. Links der Hase dröhnt der Rasenmäher, rechts mähen Schafe die Wiesen ab. Lange sind wir nun mit uns, den Schafen und der Hase allein. Zumindest an Land. Auf dem Wasser begleitet uns eine Entenfamilie ein Stück.

Am Abzweig des Stichkanals überqueren wir die Mittellandkanal- und die Stichkanalbrücke, auf dem Wasser tuckern gemächlich die großen Pötte an uns vorbei. Zunächst fahren wir über Schotterwege am Kanal entlang, dann weist die Route auf die andere Kanalseite. Auf dem Asphalt fahren die Räder wie von selbst. Am Jachthafen können wir zwischen Asphalt- und Schotterweg entlang des Stichkanals wählen und entscheiden uns für Ersteres: Man kann dabei besser plaudern.

Nach Brockhausen

Wir könnten nun immer am Wasser bleiben und dem Kanal Richtung Osnabrück folgen. Doch wir möchten ein wenig Abwechslung und fahren über die Brockhausener Straße in die Ortschaft Brockhausen. Diese Route ist etwas wellig, aber problemlos zu fahren. Wieder am Kanal, liegt rechts von uns der Rest einer alten Brücke. Die Info-Tafel weist darauf hin, dass die Brücke vor 15 Jahren abgerissen wurde, weil der Kanal für größere Schiffe verbreitert wurde. Der Kopf der Brücke blieb stehen und bildet heute als Denkmal einen schönen Kontrast zur neuen Brücke unmittelbar daneben.

Schiff in der Schleuse

Heinz Wüppen ist diese Strecke zigmal abgefahren, dennoch erlebt er heute eine Premiere: Zum ersten Mal sieht er ein Schiff in der Hollager Schleuse, die wir über den Schleusenweg hinter Brockhausen erreichen. Die polnische „Alfa“ liegt gerade mittendrin und sinkt ganz langsam ab. Wir beschließen, ein Päuschen zu machen, und schauen uns bei Obst, Schokolade und einem Erfrischungsgetränk das gemächliche Prozedere an. Die Schleusen, erzählt Heinz Wüppen, sollten bei der Verbreiterung des Stichkanals natürlich ebenfalls auf größere Schiffe ausgerichtet werden. Leider war, als sie an der Reihe waren, das Geld ausgegangen, so dass der Kanal nun breit, die Schleusen für die richtig großen Pötte aber zu eng sind.

Vorbei am Gesellschaftshaus

Die „Alfa“ ist kein riesiger Pott, sie schwimmt durch die Schleuse Richtung Bramsche. Wir radeln in Gegenrichtung weiter, verlassen den Kanal und kommen über die Eversburger Autobahnbrücke zum Piesberger Gesellschaftshaus. Das Gesellschaftshaus und der alte Zechenbahnhof, den die Osnabrücker Dampflokfreunde in Schuss halten, erinnern an die Bergbauzeit. Dahinter beginnt der Hasestollen, in den man 300 Meter in den Berg hineingeht und dann unter dem Museum für Industriekultur mit dem Lift wieder hochfährt. Eine lohnende Unterbrechung dieser doch recht kurzen Tour, die bald darauf auch zu Ende sein wird. Wer sie also verlängern möchte: Hier gibt es genug zu sehen und zu tun.

Hase-Ufer-Weg

Hinter der Straßen-Schienen-Brücke biegen wir links auf den Hase-Ufer-Weg ab und fahren durch die Landschaft direkt nach Osnabrück hinein. An der Everseiche in Höhe der Dornierstraße, die 1000 Jahre alt sein soll, legen wir einen letzten kurzen Stopp ein. Danach sind wir nur noch selten unter uns: Der Hase-Ufer-Weg wird auch von Radlern auf dem Weg zur oder von der Arbeit gerne genutzt.


Die Tourenbeschreibung nach Heinz Wüppen im Detail: Vom Bramscher Bahnhof aus geht’s rechts über Breuelstraße, Otterkamp und Mühlenort zum Tuchmachermuseum und weiteren historischen Gebäuden („Mühlenort“). Über den Tuchmacherpad geht es über die Brücke der Mühle und von nun an folgen lange Zeit dem „Hase-Ems-Radweg“ mit dem blau-grünen Fahrrad-Logo. An einer Brücke wechselt diese Route auf die andere Kanalseite, an der übernächsten Brücke (links der Yachthafen) kann man den Kanal entlang weiterfahren und kommt nach 4,7 km an der Brücke „Die Eversburg“ in Osnabrück heraus. Abwechslungsreicher, aber auch etwas welliger ist folgender Weg: Wir überqueren den Kanal und fahren rechts in die Brockhauser Straße. In der Ortschaft Brockhausen müssen wir uns rechts halten, eben auf der Brockhauser Str. bleiben und nicht geradeaus in die Sandbachstraße fahren. Bald liegt rechts der Hofladen und das Restaurant Hof Hawighorst. Sogleich danach biegt rechts der Schleusenweg ab. Nach 500 Metern auf dem Schleusenweg erreichen wir die Hollager Schleuse. Ab hier kann man dem Kanal weiter nach Osnabrück folgen oder die 500 Meter zurückfahren zur Brockhausener Straße. Unser Weg führt über die Autobahnbrücke, immer geradeaus („To Pye“, dann Süberweg) bis zum Piesberger Gesellschaftshaus. Die Strecke ist nur 200 m länger als die am Kanal entlang. Der Weg ins Zentrum führt zurück zum Kanal über die kombinierte Straßen-Schienen-Brücke (Glückaufstraße), um gleich nach der kleinen Hasebrücke links auf den herrlichen Hase-Ufer-Weg einzuschwenken, der über 4 km (gut ausgeschildert) zur „Wachsbleiche“ und damit fast in die Innenstadt führt. Zum Neumarkt sind es dann noch knapp 2 km.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN