Fairytale-Festival 2015 in Osnabrück Sexismus-Vorwurf: Schaltet Feuerschwanz Anwalt gegen Uni-Asta ein?

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Die Mittelalter-Rockband Feuerschwanz gab zuletzt Ende März ein Konzert in der Osnabrücker Lagerhalle. Dort kann man die Sexismus-Vorwürfe gegen die Musiker nicht nachvollziehen. Foto: FeuerschwanzDie Mittelalter-Rockband Feuerschwanz gab zuletzt Ende März ein Konzert in der Osnabrücker Lagerhalle. Dort kann man die Sexismus-Vorwürfe gegen die Musiker nicht nachvollziehen. Foto: Feuerschwanz

Osnabrück. Die öffentlich erhobenen Sexismus-Vorwürfe gegen die Mittelalter-Rockband Feuerschwanz könnten für den Asta der Universität Osnabrück ein rechtliches Nachspiel haben. Die Musikgruppe behält sich eine anwaltliche Prüfung der Äußerungen vor, die zu ihrer Ausladung vom studentischen Fairytale-Festival 2015 geführt haben. Möglicherweise handele es sich dabei um Straftaten wie Verleumdung und üble Nachrede.

Damit erhält die für Mittwochnachmittag, 15 Uhr, anberaumte Vollversammlung des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (Asta) im EW-Gebäude (Seminarstraße 20, Raum 15/E07) weitere Brisanz. Denn seit Tagen sieht er sich als Veranstalter des Fairytale-Festivals einem Trommelfeuer der Kritik ausgesetzt. Vor allem in sozialen Medien stößt die auf Druck der autonomen Referate getroffene Entscheidung, Headliner Feuerschwanz wegen „frauenfeindlicher Textinhalte“ und angedrohter Proteste kurzfristig aus dem Programm für 2015 zu streichen, massenhaft auf Unverständnis. (Weiterlesen: Sexismus? Asta der Uni Osnabrück lädt Band Feuerschwanz aus)

„Unglaubliche Unterstellung“

Auch die Band selbst reagiert empört. Nach einer ersten Stellungnahme gegenüber unserer Redaktion Ende vergangener Woche („Wir sind eine Satireband“) bezeichnet sie die Ereignisse auf ihrer Facebook-Seite nun als „Wahnsinn“ – und rückt sie sogar in einen strafrechtlichen Zusammenhang. „Zu behaupten, wir würden Vergewaltigungen besingen und dadurch implizit gutheißen, ist eine unglaubliche Unterstellung, verleumderische Diffamierung und grenzt an üble Nachrede“, heißt es im jüngsten Eintrag. Zudem sehe Feuerschwanz „die Freiheit der Kunst eingeschränkt“.

Anscheinend wolle sich „in der absolut berechtigten Diskussion über Gleichberechtigung“ ein autonomes Referat auf ihre Kosten „profilieren“, greife dabei aber auf Methoden zurück, die man „eher aus anderen Ecken des gesellschaftlichen Spektrums“ kenne. So schade es „den Interessen derer, die sie eigentlich vertreten sollen“. Gemeint sind die universitären Studentenvertretungen für Homosexuelle.

Kein Problem für die Lagerhalle

Diese hätten es versäumt, sich vorab persönlich ein Bild von Feuerschwanz zu machen, schreibt die Band. Gelegenheit habe es gegeben, in Osnabrück zuletzt bei einem Konzert Ende März in der Lagerhalle. Dort kann man den Sexismus-Vorwurf gegen die Band übrigens nicht nachvollziehen. Martina Scholz, zuständig für die Kulturplanung: „Ich bezeichne mich selbst als Feministin, aber mit Feuerschwanz hatte ich gar kein Problem.“ Das derbe Auftreten und die teils zotigen Lieder seien „eindeutig Comedy“. Darin etwas anderes zu sehen, „auf die Idee würde ich überhaupt nicht kommen“. (Weiterlesen: Sexismus-Check für alle Bands beim Fairytale-Festival 2015?)

Konzertgage gezahlt

Unserer Redaktion sagte Bandmitglied und Sprecherin Stephanie Pracht am Mittwoch: „Wir behalten uns vor, die Sexismus-Vorwürfe rechtlich zu prüfen.“ Darüber hinaus versuche man, die Sache „mit Humor“ zu nehmen. Finanziell sei Feuerschwanz mit dem Veranstalter des Fairytale-Festivals 2015 im Reinen. „Alles geregelt“, erklärte Pracht. Die Band habe die mit dem Asta der Uni Osnabrück vertraglich vereinbarte Gage für den Auftritt am 13. Juni im Schlossinnenhof „voll bekommen“. Zur Höhe machte die Sprecherin keine genauen Angaben, deutete jedoch an, dass es hier um „ein paar Tausend Euro“ geht.


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