Rascher Personalabbau Transfergesellschaft soll KME-Mitarbeiter auffangen

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Der Kupferverarbeiter KME drückt beim Personalabbau aufs Tempo. Der Sozialplan werde am 16. Juni unterschrieben. Ab Juli startet eine Transfergesellschaft. Foto: Philipp HülsmannDer Kupferverarbeiter KME drückt beim Personalabbau aufs Tempo. Der Sozialplan werde am 16. Juni unterschrieben. Ab Juli startet eine Transfergesellschaft. Foto: Philipp Hülsmann

Osnabrück. Der Kupferverarbeiter KME drückt beim Personalabbau aufs Tempo. Nachdem die Geschäftsleitung die Belegschaft vergangenen Freitag über das Aus für 341 Arbeitsplätze informiert hat, soll jetzt alles ganz schnell gehen. Der Sozialplan stehe in seinen Grundzügen und werde am 16. Juni unterschrieben, sagt Betriebsratsvorsitzender André Lücke. Ab Anfang Juli soll eine Transfergesellschaft die Arbeit aufnehmen und die ersten betroffenen Mitarbeiter auffangen.

Dort erhalten sie für bis zu zwölf Monate 78 bis 85 Prozent ihres früheren Einkommens, erklärt Lücke. Die Zeit in der Transfergesellschaft sollen die Metallarbeiter zur Weiterbildung nutzen. (Weiterlesen: KME streicht in Osnabrück 340 Stellen)

Wie vielen Mitarbeitern KME letztendlich kündigen werde, stehe noch nicht fest, betont Geschäftsführer Ulrich Becker. „Aktuell ist es dafür zu früh.“ Zunächst werde ermittelt, wie viele Mitarbeiter freiwillig etwa in den Ruhestand gingen oder sich einen neuen Arbeitgeber suchten. Über die Höhe der geplanten Abfindungen will sich Becker nicht öffentlich äußern.

Bis 2017 wieder rentabel

Anschließend soll KME bis 2017 auf einen wirtschaftlich gesunden Pfad zurückfinden. Neben dem Personalabbau sollen eine Wachstumsstrategie, mehr Effizienz und weiterer Druck auf die Kosten die Wende bringen. „Das ist die Grundlage für langfristige Stabilität an den Standorten“, sagt Becker.

Ausgangspunkt der Probleme des Kupferverarbeiters sind die Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise, die KME im Jahr 2009 ereilten. Damals brach der Markt für Kupferprodukte zusammen. Bis heute hat sich die Nachfrage nicht vollständig erholt. Statt Personal abzubauen, habe das Unternehmen zunächst nur die Kosten gedrückt. „Der Restrukturierungsbedarf hat sich in dieser Zeit aufgestaut“, sagt Becker – nun habe an dem harten Einschnitt kein Weg mehr vorbeigeführt.

Alle Hintergründe zum Personalabbau beim Kupferverarbeiter KME auf unserer Themenseite www.noz.de/kme


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