Konzert zum 20-jährigen Jubiläum Osnabrücker Chor Pocodela Musica hat keine Nachwuchssorgen

Am Sonntag live zu erleben: Der Chor Pocodela. Foto: Elvira PartonAm Sonntag live zu erleben: Der Chor Pocodela. Foto: Elvira Parton

Osnabrück . Er ist vielleicht nicht der älteste Chor Osnabrücks, aber sicherlich einer der größten: Pocodela Musica, einst als Chor der Lagerhalle gegründet, mittlerweile unabhängig unterwegs, hat 72 Mitglieder.

Und er ist daher auch nicht, wie viele andere, auf der Suche nach neuen Mitgliedern: „Es gibt eine Warteliste, aber die brauchen wir nicht zu bemühen, weil wir in allen Stimmlagen gut ausgestattet sind“, sagt Chorleiter Jan Janßen. Daher kann er auch fünfstimmige Arrangements einstudieren. Das ist bezüglich der Umsetzung zwar schwierig, dafür kommen die Lieder aber entsprechend voluminös rüber. Ob Renaissancemusik, ob Rock, Pop oder Gospel, es ist ein wahres Klangerlebnis, wenn alle Mitglieder gleichzeitig ihre Stimmen erheben.

Die „Kleine Musik“ (poco della musica) feiert in diesem Jahr Jubiläum: 20 Jahre existiert der Chor bereits , seit er aus einem Gesangsworkshop in der Lagerhalle hervorging. Sechs Mitglieder sind seit der Gründung dabei, sind mit den „Pocodelas“ durch dick und dünn gegangen. Denn als Chorleiter Janßen Osnabrück wegen seines Studiums den Rücken kehrte, verließen viele das Laienensemble, der Zusammenhalt bröckelte. Heike Ulferts, seit Anfang an dabei: „Ich bin zwischendurch sogar mal bei den Tontauben gewesen, die sich wegen der großen Nachfrage als zweiter Chor der Lagerhalle gegründet hatten“ erzählt sie. Das war aber vorbei, als Janßen wieder zurückkam. Pocodela erstarkte zu alter Größe. Offenbar zeigte sich auch hier, dass ein Chor mit dem Leiter steht und fällt.

Lena Beßler ist Psychologiestudentin und mit ihren 24 Jahren die Jüngste im Chor. „Nette Leute und tolle Stimmung sind für mich ausschlaggebend“, sagt sie. Sie ist zusammen mit ihrer Mutter im Ensemble und es war nicht die Ältere, die ihre Tochter überredete, mitzumachen: „Ich habe meine Mutter mal zum Schnuppern mitgenommen, seitdem kommt sie jedes Mal aus Ibbenbüren, um dabei zu sein.“

Auch private Treffen

Man trifft sich nicht nur zum Singen: „Glöckchen“ nennen sich die Sopranistinnen, wenn sie sich privat treffen, die Altistinnen besuchen häufig zusammen A-cappella-Konzerte. Und die Männer aus der Bassfraktion? „Wir gehen regelmäßig in die Disco“, meint einer und erntet herzhaftes Gelächter aus 70 Kehlen. Spaß kommt bei diesem Chor nicht zu kurz.

Wenn dann eine Fahrradhupe ihr quäkendes Geräusch von sich gibt, kehrt aber wieder Ruhe und Konzentration ein, damit „Lady Madonna“ durch den Raum schallen kann. Wer diesen Klang auch einmal live erleben will, kann am Sonntag, den 31. Mai, das Konzert zum 20-jährigen Jubiläum von Pocodela Musica im Haus der Jugend besuchen. Start ist bereits um 18 Uhr mit den Fishergirls Friends als Special Guests.

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