CD-Präsentation am Donnerstag Das Vijay Iyer Trio kommt ins Blue Note

Definiert das Klaviertrio neu: Das Vijay Iyer Trio mit Stephan Crump (db), Marcus Gilmore (dr) und Vijay Iyer (p) Foto: PRDefiniert das Klaviertrio neu: Das Vijay Iyer Trio mit Stephan Crump (db), Marcus Gilmore (dr) und Vijay Iyer (p) Foto: PR

Das Vijay Iyer Trio zählt zu den spannendesten Erscheinungen des modernen Jazz. Auf seiner aktuellen CD „Break Stuff“ präsentiert es sich als Formation mit eigenem Sound, der sich wohltuend vom Jazz-Mainstream abhebt. Am Donnerstag gastiert das Trio im Blue Note.

Der erste Eindruck ist ein ziemlich gewohnter: In ein schlichtes Thema aus fünf Tönen im Klavier schleicht sich, vorsichtig, tastend, das Schlagzeug; auch der Bass bleibt zunächst eher subversiv. Und doch hebt sich das Vijay Iyer Trio mit diesem ersten Stück „Starlings“ des Albums „Break Stuff“ von der konventionell gewordenen Klangästhetik des Jazz-Klaviertrios ab. Denn es klingt erdiger und fülliger als der Mainstream, auf dem so viele Formationen und maßgebliche Plattenlabels durch die Jazzwelt schippern.

2012 gab es fünf Down Beat-Preise für Vijay Iyer

Mit seiner Musik hat der Amerikaner indischer Herkunft schon etliche Juroren wichtiger Preise für sich eingenommen: 2010 erhielt er einen Echo Jazz , bereits 2008 zeichnete ihn das Fachmagazin „Down Beat“ mit dem Preis für das Album des Jahres aus, und für sein Album „Accelerations“ verlieh ihm das Magazin gleich fünf Preise. Und „Break Stuff“ würde durchaus die eine oder andere Auszeichnung verdienen.

In „Chorale“, dem zweiten Stück der CD, dreht das Trio zum ersten Mal richtig auf – nach einem Intro, das einlöst, was der Titel verspricht : Iyer spielt da, zusammen mit Bassist Stephan Crump, einen lupenreinen Choral, freilich mit den Mitteln des Jazz. Dann aber kommt Drummer Marcus Gilmore ins Spiel, und das Trio schraubt das Energieniveau mindestens drei Stufen nach oben. Dort bleibt es auch, mindestens: „Hood“ etwa erinnert in seiner repetitiven rhythmischen Struktur an die maschinelle Power der Minimal Music, „Work“ setzt Thelonious Monk ein würdiges Denkmal.

Jazz auf höchstem Energielevel

Ein solches errichtet Vijay Iyer außerdem, allein am Klavier, Billy Strayhorn mit der bezaubernden Ballade „Blood Count“ und, im Powerplay mit Drummer Marcus Gilmore, John Coltrane mit „Countdown“ – es ist für heutige Formationen längst keine Selbstverständlichkeit mehr, Standards ins eigene Konzept zu integrieren. Das Titelstück schließlich beginnt rasant motorisch, ist geprägt von kleinen, abgerissenen Floskeln über einem stolpernden Viervierteltakt und entwickelt aus dieser Spannung seine Energie.

Nun gilt aber auch für Vijay Iyer, dass ein Album nicht auf dem höchsten Level kocht, sondern Potenziale lässt, die im Konzert erschlossen werden. Am Donnerstag kann man sich im Blue Note anhören, was diese Band live losmacht.


Vijay Iyer Trio: Donnerstag, 28. Mai, 20.30 Uhr, Blue Note. Kartentelefon: 0541/ 600650

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