Radtouren in der Region (8) Mit Regen im Rücken von Bramsche nach Osnabrück

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ix Osnabrück. Mit dem Zug hin, mit dem Rad zurück – von Osnabrück aus finden Radwanderer dazu beste Gelegenheiten. Sechs Städte liegen nur rund eine Bahn-Viertelstunde entfernt, die Radtouren zurück nach Osnabrück sind abwechslungsreich und gut zu bewältigen. Zum Beispiel von Bramsche aus.

Heinz Wüppen ist passionierter Radwanderer. Den Weg zur Realschule nach Georgsmarienhütte legt der 64-jährige Osnabrücker mit dem Rad zurück . Der Mathe- und Werken-Lehrer hat in den vergangenen Monaten ein Konzept entwickelt, das er „Osnabrücker Radfahr-Blüte“ nennt: mit dem Zug nach Bramsche, Bohmte, Melle, Wellendorf, Lengerich und Ibbenbüren und dann auf jeweils zwei verschiedenen Routen zurück. Macht zwölf Touren, die jeder locker in wenigen Stunden fahren kann.

Steile Treppe in Osnabrück

Bramsche A – das ist die erste Test-Tour, die wir fahren. Sie führt in einem kleinen Bogen östlich von Bramsche nach Osnabrück und ist 29 Kilometer lang. Die erste Steigung dieser insgesamt flachen Tour liegt allerdings schon in Osnabrück: Um zum Gleis zu kommen, auf dem die Nordwestbahn Richtung Wilhelmshaven abfährt, müssen wir die Räder eine steile Treppe hochschleppen. An einer anderen Ecke des Bahnsteigs geht’s wieder runter, dort gibt es aber glücklicherweise einen Aufzug.

Von diesen Strapazen erholen wir uns in der Viertelstunde, die die Nordwestbahn benötigt, um uns nach Bramsche zu bringen. Dort ist alles ebenerdig, und nach 100 Metern Fahren müssen wir schon wieder absteigen: Fußgängerzone. An der Kirche vorbei und über die Hasebrücke führt unser Weg zum Hase-See. Und schon kommt der erste Regen. Der Wetterbericht hatte immer wieder kurze Schauer angesagt. Damit, das merken wir in den nächsten zweieinhalb Stunden, wird er richtig liegen.

Zunächst am Hasesee vorbei

Die Hinweisschilder der Hase-Ems-Tour, Richtung Rieste und Ostercappeln leiten uns am Café Am Hasesee vorbei. Wer jetzt schon etwas anderes als Radfahren machen möchte, kann hier beim Minigolf und im Hallenbad andere Muskeln beanspruchen. Auf dem Feldweg müssen wir kurz unter einen Baum flüchten: Regen Nummer zwei.

Die Autobahn ist an diesem Tag ebenso unser treuer Begleiter wie die dicken Regenwolken. Hinter Bramsche, Richtung Engter, kreuzen wir sie das erste Mal. Nach wenigen 100 Metern geht’s rechts ab auf einen Feldweg, der uns über den Mittellandkanal leitet. Wem die 29 Kilometer lange Strecke nach Osnabrück zu kurz ist, der kann hier dem Terra-Trail 2 zur Wasserburg Alt Barenaue folgen. Er wird, nach zusätzlichen 15 Kilometern, am Ende an der Wallenhorster Straße wieder auf unsere Strecke stoßen.

Zuflucht unter einer Brücke

Unter der B218 lang kommen wir nach Engter. Durch Engter-Schüttenheide hindurch, und dann erwischt es uns auf freiem Feld: ein intensiver Regenschauer. Unter einer Brücke suchen wir für gute 20 Minuten Zuflucht. Zeit für ein Stück Schokolade.

Als es nur noch tröpfelt, fahren wir weiter und biegen rechts auf die Wallenhorster Straße ab. Die Regenfront in unserem Rücken beflügelt uns, die knackige Steigung hochzufliegen. Nach 2,3 Kilometern bleibt der Autolärm links liegen, der Weg führt auf dem Terra-Trail 2 rechts ab Richtung Wallenhorst.

Neues Fahrgefühl auf Bohlensteg

Bisher hatten wir viel Asphalt und ein bisschen Waldweg unter den Rädern. Jetzt kommt mal was ganz Neues: Ein Bohlensteg führt von hinten an die Alte Wallenhorster Kirche . Er ist kurz, etwas erhöht und gibt ein ganz anderes Fahrgefühl. Um die Kirche herum schlängelt sich dann der Weg weiter. Nach 300 Metern verlassen wir den Terra-Trail und fahren, erneut über die Autobahn A1, über die Mühlenstraße zur schon von weitem sichtbaren Lechtinger Mühle . Don Quichote grüßt als Eisenskulptur, die Wiesen drumherum sind ein Paradies für Radwanderer, die eine Pause benötigen. Im alten Trafo-Häuschen befindet sich das „Mausefallenmuseum“. Die Mühle ist immer am ersten Sonntag des Monats ab 15 Uhr geöffnet, außerdem findet am Pfingstmontag ab 10 Uhr das Mühlenfest statt.

Schilder helfen bei Orientierung

Die Sonne scheint, und die Tour geht ihrem Ende entgegen. Ob’s die letzten Kilometer nach Osnabrück trocken bleibt? Die Hinweisschilder Brückenroute Osnabrück-Bremen oder D-Route 7 helfen bei der Orientierung. Wir passieren den Lechtinger Berg und das architektonisch interessante Gebäude der FH-Agrarwissenschaftler. Hinter dem Nettebad, fast sind wir schon „zu Hause“, muss es dann doch noch mal sein. Obwohl wir vor dem Platzregen sofort unter einen Baum der Kleingartenanlage „Nord e.V., Kolonie Panzerstraße II“, geflüchtet sind, kleben die Hosen an den Beinen. Darauf ein letztes Stück Schokolade.

Wenn wir schon mal nass sind, dann, so denkt sich Heinz Wüppen, können wir auch noch über die matschigen Wege des Hasefriedhofs fahren. Eine gute Idee, denn dieser Friedhof mit seinen Parkanlagen ist wirklich beeindruckend. Und dass Schuhe, Hosen und das Rad am Ende dieser Tour nicht nur nass, sondern auch richtig schmutzig sind – wen kümmert’s schon.


Die Tour ist nicht ausgeschildert. Heinz Wüppen hat eine ausführliche Routenbeschreibung erstellt: Vom Bahnhof in Bramsche über die Bramscher Bahnhofstraße, dann rechts Große Straße (zum Teil Fußgängerzone) kommen wir ins Zentrum: Nach 200 m Rad schieben sind wir am Münsterplatz, schräg rechts geradeaus auf der Münsterstraße dürfen wir wieder aufsatteln, bis wir bald danach links über die Kirchhofstraße zu „Am Markt“ kommen mit der netten Skulptur „Viehtränke“. Über „Marktstraße“ gelangen wir über die Hasebrücke geradeaus zum Poggenpatt. Am Klinikparkplatz vorbei kommen wir über zwei kleine Brücken und biegen dann links auf den Pfad den Hase-See entlang. Wir werden mit Hinweisschildern (Hase-Ems-Tour, Rieste, Ostercappeln) weitergelotst, am Cafe Am Hasesee (mit E-Bike-Ladestation) vorbei.

Auf der großen „Malgartener Straße“ geht es links und sofort wieder rechts und über „Bührener Esch“ schließlich zum Schild „Darnsee“. Der Bührener Esch führt weiter Richtung Osten – in der Rechtskurve fahren wir schräg links (kein Straßenschild zu sehen) – sogleich zu einer 5-Wege-Kreuzung, wir fahren schräg links geradeaus, um nach knapp 1 km rechts in „Am Zuschlag“ einzubiegen. Der Straßenname fehlt auch hier, dafür weist uns aber der Radwegweiser (unter anderem Terra Trail) nach rechts. Nach einem guten Kilometer geht es links ab: „Im Ährenfeld“, über die A1 und nach wenigen 100 m rechts ab. Dieser „zweispurige“ Feldweg führt geradeaus direkt auf „Im Fuhldiek“. Wir überqueren den Mittellandkanal.

Wir bleiben noch weitere 1,4 km auf dem Fuhldiek. An Ende geht es links und sofort wieder rechts in den „Eiker Weg“. Unter der B218 her kommen wir nach Engter. Unsere Straßen in Engter heißen für 400 m „Gartenweg“ (nicht links in Unnerdorpweg einbiegen) und für 300 m „Rolkerskamp“, dann geht es rechts über „Schleptruper (später „Engter“) Kirchweg“ bis nach 800 m zur Kreuzung mit dem „Heidedamnm“, in den wir links einbiegen. Diese Straße führt uns 1,4 km durch Engter-Schüttenheide zur Wallenhorster Straße, rechts ab.

Wir müssen leider für 2,3 km den Autoverkehr in Kauf nehmen, aber dafür haben wir einen Radweg. Und hier muss eine von wenigen Steigungen bewältigt werden. Beim Gasthof Beckmann geht’s, jetzt wieder auf „Terra Trail“, rechts in „Hammweg“. Kurz vor dessen Ende erscheint rechts ein neuer Pichnickplatz, allerdings ohne Hütte. Hier direkt gegenüber beginnt ein Pfad an Kopfweiden vorbei von hinten an die Alte Wallenhorster Kirche. Von der Kirche aus fahren wir links („Im Alten Dorfe“), und 300 m weiter biegen wir dann links in „Schwalenbergstraße“ (wir verlassen damit den Terra Trail) und nach 700 m rechts in den „Burgweg“, der uns geradeaus („Steinkamp“) über die A1 und „Mühlenstraße“ zur weit sichtbaren Lechtinger Mühle führt. Sie liegt rechts auf einer Anhöhe.

Gen Osnabrück geht es nun, die Hinweisschilder (Brückenroute OS-HB, D-Route 7) helfen beim Gekurve, über 4 km weiter über „Brammenweg“, „Tiefer Weg“ (schöner Blick auf die Klosterkirche Rulle), „Am Lechtinger Berg“ (an der Kreuzung mit „Zum Gruthügel“ liegt das WABE-Zentrum für Agrarwirtschaft der FH Osnabrück), „Frankenstraße“ und „Im Hone“. Wir bleiben noch auf „Im Hone“, wenn die „Hardinghausstraße“ links abzweigt, und biegen 100 m weiter links in einen kleinen Schotterpfad, der übergeht in „Blumenmorgen“. Wir bleiben auf dieser Straße und biegen dann links in „Grothausweg“ ein, der in einen Fuß-Radweg übergeht, bis zur Querstraße. Wir biegen links und sofort wieder rechts ein. Auf dem folgenden Fuß-Radweg halten wir uns zweimal leicht rechts, dann geradeaus und kommen auf dir große Bramstraße, die wir einfach kreuzen in den kleinen „Johannes-Prassek-Weg“. Über die Nettebrücke, am Nette-Freizeitbad vorbei, gelangen wir zur Ampel an der Vehrter Landstraße. Über „Am Vogelsang“, „Hügelstraße“, „Süntelstraße“ kommen wir schnell ins Zentrum, knapp 4 Kilometer.

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