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Gedenken an tote Radfahrer Erster „Ride of Silence“ in Osnabrück


lboe Osnabrück. Seit 2003 fahren jedes Jahr am 20. Mai schweigende Fahrradfahrer weltweit durch verschiedene Städte. Damit soll verstorbener Radfahrer gedacht und auf Gefahren für Radfahrer im Straßenverkehr aufmerksam gemacht werden. Der Osnabrücker Blogger Daniel Doerk holte diesen Ride of Silence nun erstmals auch nach Deutschland.

Seinem Beispiel folgten weitere deutsche Städte, vor allem die Landeshauptstädte, in Niedersachsen neben Hannover auch Oldenburg. Der Ride of Silence in Osnabrück wird von Doerk zusammen mit dem ADFC Osnabrück veranstaltet.

Tour durch die Stadt

Rund 100 Radfahrer trafen sich am Mittwochabend um 19 Uhr an der Osnabrückhalle. Von dort starteten die Radler durch den Schlosspark eine rund acht Kilometer lange Tour durch die ganze Stadt. An sechs verschiedenen Orten legten die Veranstalter Blumen überall da nieder, wo im letzten Jahr Radfahrer ums Leben gekommen waren.

„Keine Nummern in Statistiken“

Mitveranstalter Doerk ist froh, „dass so viele Osnabrücker dabei sind und zeigen, dass der Radverkehr zählt und Menschen keine Nummern in Statistiken sind.“ Die Fahrräder waren langsam unterwegs, so dass jeder die Möglichkeit hatte mitzufahren. Es ging nicht darum, schnell ans Ziel zu kommen, sondern an die verunglückten Osnabrücker zu erinnern. „Neben dem Gedenken an Verkehrsopfer soll die Fahrt auch sensibilisieren. Wir alle müssen im Verkehr noch aufmerksamer unterwegs sein. Dabei darf es kein Gegeneinander geben. Es geht nur Miteinander,“ so Doerk. Schon seit einigen Jahren schreibt Doerk regelmäßig in seinem Blog www.itstartedwithafight.de über alles rund ums Fahrradfahren.

Tödliche Lkw-Unfälle in Osnabrück

Unter den Teilnehmern des „Ride of Silence“ war auch Stadtbaurat Frank Otte. In Osnabrück hatte es in der jüngeren Vergangenheit drei Lkw-Unfälle gegeben, bei denen Radfahrer gestorben waren. Die Stadt reagierte auf die Unfälle unter anderem mit der Anbringung von 15 Spiegeln für Lkw.

Die Radfahrer fuhren von der Osnabrückhalle über den Heger-Tor-Wall in die Hansastraße. Auf diesem Abschnitt wurden schon drei Blumensträuße niedergelegt. Von dort ging es weiter: An der Bohmter Straße fanden zwei weitere Sträuße ihren Platz. Der letzte Blumenstrauß wurde am Johannistorwall abgelegt.

Trauriger Anlass

Ursprünglich kommt der Ride of Silence aus Texas. Radfahrer aus Dallas hatten die Idee dazu auf der Beerdigung eines Freundes, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war.