Schwitziger, lyrischer Jazz Grönheit gewinnt den Study Up Award Jazz 2015

Expressives Sextett: Die Band Grönheit gewinnt den Study Up Award Jazz 2015. Foto: Elvira PartonExpressives Sextett: Die Band Grönheit gewinnt den Study Up Award Jazz 2015. Foto: Elvira Parton

Der Study Up Award Jazz ist immer ein Gradmesser für die musikalische Qualität, die am Institut für Musik (IfM) der Hochschule Osnabrück vermittelt wird. Diesmal haben sich drei ausgezeichnete Bands dem Votum der Jury gestellt. Gewonnen hat Grönheit – aber auch die beiden anderen Bands haben sich verdient gemacht.

Osnabrück. Malstrom geht leer aus beim Study Up Award Jazz des Jahres 2015. Das ist insofern bemerkenswert, als das Trio beim Finale im Blue Note ein klasse Konzert spielt: Salim Javaid, Saxofon, Axel Zajac, Gitarre, und Jo Beyer an den Drums wissen, wie man musikalisch die Sau raus lässt, wie man die Zuhörerschaft durch wild zerklüftete Klanggebirge führt, wie man kleine lyrische Inseln zum Verschnaufen ansteuert, bevor es wieder zischt und brodelt. Bei der Jazzwoche in Burghausen hat Malstrom so den mit 10000 Euro dotierten Nachwuchspreis plus Eröffnungskonzert plus Aufzeichnung durch den Bayerischen Rundfunk gewonnen. Beim Study Up Award des Instituts für Musik hat die Jury hingegen für Grönheit votiert. Und die Wahl der Juroren Michael Dreyer, Christian Saßnick, Frederik Köster und Steffen Lütke geht völlig in Ordnung.

Zwar driftet das eigenwillige Sextett anfangs nah am rohen Indie-Rock entlang. Die perfekte Kombination aus schwitzigem Rock und lyrischen Jazzthemen folgt erst ab dem zweiten Stück: Ähnlich wie bei Malstrom durchziehen jähe Brüche die Arrangements – mit Gitarrist Axel Zajac gibt es ja auch eine prägende personelle Überschneidung. Bassklarinette (Christoph Klenner) und Trompete/Flügelhorn (Robin Stüwe) setzen melancholisch-melodiöse Farbtupfer, Jan-Bernd Bünnemeyer spielt den knackigen E-Bass mit gesanglichen Elementen, Sebastian Schmidt (Schlagzeug) und Raphael Röchter am Klavier vollenden die ausdrucksvollen Stücke. So sind die 500 Euro Preisgeld und ein Aufnahmetag in der Fattoria Musica eine sinnvolle Investition in die Zukunft.

Gegen die maximale Expressivität von Grönheit und Malstrom tun sich die sanften, langen und manchmal auch langwierigen Songs von Loos, der Band um Sängerin Franziska Loos, schwer. Ein stimmiges Konzept mit konzis arrangierten Songs verfolgt aber auch diese Formation und belegt damit die Wertigkeit, die das IfM erreicht hat. Dank Malstrom weiß das mittlerweile auch die große Jazzwelt.


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