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„Kiss-and-Ride-Zone“ Verkehrsgutachter will Kurzzeitparker am Osnabrücker Hauptbahnhof ins Parkhaus schicken

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Schön hoch und schön hell: Die Bahnhofsgarage biete gute Voraussetzungen für Kurzzeitparker, meint der Verkehrsgutachter Christoph Doll. Foto: Gert WestdörpSchön hoch und schön hell: Die Bahnhofsgarage biete gute Voraussetzungen für Kurzzeitparker, meint der Verkehrsgutachter Christoph Doll. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Lässt sich das Verkehrsproblem vor dem Bahnhof lösen, indem man die Kurzparker ins Parkhaus schickt? Der Verkehrsgutachter Christoph Doll sagt Ja. Er rät der Stadt zu einer „Kiss-and-Ride-Zone“ im Erdgeschoss der Bahnhofsgarage.

Doll, Geschäftsführer des Ingenieurbüros TSC in Essen, hat von der Stadt den Auftrag bekommen, nach einer Lösung für den Bahnhofsvorplatz zu suchen. Als er jetzt dem Stadtentwicklungsausschuss seine Ergebnisse vorstellte, wurden auch Vorbehalte laut. Der Verkehrsplaner schlägt vor, im Erdgeschoss der Bahnhofsgarage eine Zone für Kurzparker zu schaffen, die für Autofahrer erreichbar ist, ohne dass sie eine Schranke passieren müssen.

Die Voraussetzungen für eine solche Kiss-and-Ride-Zone seien günstig, vermerkte Doll, weil die Raumhöhe erfreulicherweise großzügig bemessen sei und weil auch Tageslicht ins Innere dringe. Um die Akzeptanz bei Kurzparkern zu erhöhen, schlug er vor, zwei breite Fußgängerachsen mit Zebrastreifen durch die Halle zu ziehen.

Etwa 30 Kurzzeitstellplätze für 15 oder 30 Minuten Aufenthalt und sechs Kiss-and-Ride-Plätze sollten nach den Vorstellungen des Gutachters ausgewiesen werden. Er räumte ein, dass sich die Osnabrücker Parkstätten-Betriebsgesellschaft (OPG) dagegen ausgesprochen habe, weil eine erhebliche Zahl kostenpflichtiger Stellplätze wegfalle.

Doll sprach sich dafür aus, die Fahrspur für Kurzzeitparker vor dem Hauptbahnhof nur noch für Taxen zu öffnen. Der frei werdende Platz könne für parkende Fahrräder genutzt werden. Für den Umbau der Bahnhofsgarage einschließlich der Schranken kalkuliert der Gutachter Kosten in Höhe von 70000 bis 100000 Euro.

Aus dem Ausschuss gab es Bedenken, weil sich Langzeitparker in der Zone für kostenfreies Kurzzeitparken breitmachen könnten. Einige Ratsmitglieder fürchteten zudem, dass es auch auf der Spindel im Parkhaus zum kurzzeitigen Stau kommen könne. Das sei nicht problematisch, meinte Doll. Nach manchen Kinovorstellungen gebe es einen solchen Stau jetzt auch schon.


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