Neuer Schub für Nahverkehrspläne Bahnhalt am Osnabrücker Rosenplatz erst in zehn Jahren

Von Rainer Lahmann-Lammert

Neustadtbahnhof: An dieser Brücke über die Iburger Straße soll der neue Bahnhalt Rosenplatz entstehen. Foto: Jörn MartensNeustadtbahnhof: An dieser Brücke über die Iburger Straße soll der neue Bahnhalt Rosenplatz entstehen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. „Rosenplatz, bitte aussteigen!“ Bis diese Durchsagen im Haller Willem oder in der Westfalenbahn ertönen, werden wohl noch zehn Jahre vergehen. Aber weil er auf der Prioritätenliste der Landesregierung ziemlich weit oben steht, ist ein Bahnhalt am Rosenplatz jetzt wahrscheinlicher geworden. Einige wichtige Fragen sind allerdings noch nicht geklärt.

„Wir freuen uns total über die Entscheidung“, erklärte am Dienstag Katja Diehl, die Sprecherin der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos). Die Osnabrücker hätten sich mit einem „groben Plan“ beworben, viele Details müssten noch abgestimmt werden. Weil es um Grundstücksfragen gehe, um das Versetzen von Lärmschutzwänden und um bahntechnische Umbauten, sei ein Zeithorizont von zehn Jahren realistisch – und das, obwohl die Stadt und die Planos großes Interesse hätten, die Haltestelle so schnell wie möglich zu realisieren.

Der Bahnhalt am Rosenplatz gehört zu den 19 Nachverkehrsprojekten in Niedersachsen, die Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) für förderungswürdig hält. Damit kann die Stadt Osnabrück bei einem Bau des Haltepunkts am Rosenplatz auf eine 75-prozentige Förderung durch das Land Niedersachsen hoffen. Die Planer rechnen mit rund 300 bis 1300 Fahrgästen, die jeden Tag am Rosenplatz ein- und aussteigen werden. Für den Bahnhalt sind drei Varianten im Gespräch, die nach einer Kalkulation von 2011 zwischen 3 und 11,5 Millionen Euro kosten würden. Welche davon in die Feinplanung genommen wird, ist nach Auskunft von Planos-Sprecherin Diehl noch nicht entschieden.

Die preiswerteste Lösung wäre ein Bahnsteig am Gleis des Haller Willem, der auf der Strecke zwischen Osnabrück und Bielefeld verkehrt. Das Gleis liegt an der Südseite der Strecke.

Um auch die Bahnreisenden der Westfalenbahn auf der Strecke zwischen Osnabrück und Münster am Rosenplatz einsteigen zu lassen, müsste ein zweiter Bahnsteig an der Nordseite gebaut werden. 7,5 Millionen Euro veranschlagt die Planos für diese Doppellösung, die allerdings einen Haken hat: es könnte zu Fahrplankonflikten kommen, weil überregionale Verbindungen gestört würden.

Komfortabler wäre Variante 3, ein Mittelbahnsteig als Haltepunkt für alle Verbindungen. Fahrplanprobleme wären nicht zu erwarten, allerdings sehr hohe Kosten. Denn dafür müsste die Eisenbahnbrücke über der Iburger Straße verbreitert werden.

Vorkaufsrecht verwirkt

70 Meter westlich der Brücke sollte der Bahnsteig für die Nahverkehrszüge entstehen, lautet eine Empfehlung aus der Machbarkeitsstudie, die im Auftrag der Planos erstellt wurde. Ob ein Haltepunkt an dieser Stelle überhaupt gebaut werden kann, ist allerdings fraglich, weil der Eigenbetrieb Immobilien der Stadt Osnabrück 2012 versehentlich auf ein Vorkaufsrecht verzichtet hat.

Die Initiative Haller Willem begrüßt die Entscheidung aus Hannover. Sprecher Johannes Bartelt erklärte dazu, die Straßen würden entlastet, die Bahnen würden an Fahrgästen gewinnen. Das sei gut für den Klimaschutz und die Luft werde sauberer. Die Geschäftsleute versprächen sich zudem eine Aufwertung der südlichen Innenstadt.

Nachdem die Stadt die Wahrnehmung ihres Vorkaufsrechts versäumt habe, müsse Oberbürgermeister Griesert nun die Hausaufgaben machen und dafür sorgen, dass der einstimmige Ratsbeschluss vor allem im Hinblick auf die Co-Finanzierung umgesetzt werde.


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