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Traditionsfirma vor dem Aus Coca-Cola in Osnabrück seit 2003 von Schließung bedroht

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Osnabrück. Das am Montag verkündete Aus für Coca-Cola in Osnabrück bis Ende 2015 ist der traurige Höhepunkt einer jahrelangen Standortdebatte. Denn die Schließung der 1959 gegründeten Limonadenfabrik im Stadtteil Haste drohte bereits mehrfach – erstmals 2003. Ein Blick ins Archiv.

Die ehemals von der Familie Heydt geführte, traditionsreiche Getränkeabfüllfirma war gerade einmal fünf Jahre an Coca-Cola verkauft, da folgte die Hiobsbotschaft: „Coca-Cola-Abfüller stellt Produktion in Osnabrück ein“, lautete die Überschrift einer Meldung im Wirtschaftsteil der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom 1. Februar 2003. Dieser Kahlschlag sollte der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG (CCE AG, Berlin) dazu dienen, den eigenen Betrieb radikal zu verschlanken. Die CCE AG ist mit einem Absatzvolumen von 3,8 Milliarden Litern (2013) und 9500 Mitarbeitern nach eigenen Angaben gegenwärtig das größte deutsche Getränkeunternehmen. Seit dem 1. September 2007 alleiniger Konzessionär der US-amerikanischen Coca-Cola Company (Atlanta) in Deutschland, ist sie hierzulande für Abfüllung sowie Verkauf und Vertrieb von Coca-Cola Markenprodukten verantwortlich. (Weiterlesen: Coca-Cola schließt Standorte in Osnabrück und Haselünne)

Rettung durch Dosenpfand

Rund 60 von etwa 200 Arbeitsplätzen in dem zur CCE AG gehörigen Werk der Nord-West Getränke GmbH an der Oldenburger Landstraße in Osnabrück standen mithin Anfang 2003 auf dem Spiel. Lediglich das zentrale Auslieferungslager und die Vertriebsorganisation sollten erhalten bleiben. „In Haste geht die Angst um“, titelte die Lokalpresse. Mitte März 2003 dann die (vorläufige) Entwarnung: Auch die Abfüllung kann weitergehen. Rettungsanker war das zu Jahresbeginn eingeführte Dosenpfand. Es sorgte dafür, dass die in Osnabrück hergestellte Literflasche im Vergleich zur verteuerten Einwegverpackung plötzlich wieder gefragt war.

Doch die Angst vor dem Aus steckte dem heimischen Brausebrunnen fortan in den Knochen. Bangend verfolgte man die Entwicklung in den Folgejahren, als beim US-Softdrinkgiganten Pläne ruchbar wurden, die Produktion, Abfüllung und den Vertrieb in Deutschland ganz neu zu organisieren. Zum Glück für Osnabrück sollte die CCE AG dabei eine entscheidende Rolle spielen. So ließ eine Sprecherin der Coca-Cola-Zentrale in Berlin unsere Redaktion im November 2004 wissen: „Die 212 Mitarbeiter der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG in Osnabrück brauchen sich vorerst keine Sorgen um ihre Zukunft zu machen. Der Standort Osnabrück ist nicht gefährdet.“

Schrecken ohne Ende

Bis sich Anfang 2009 die Geschichte von 2003 wiederholte. „Coca-Cola prüft Ende der Abfüllanlage“, schrieb die NOZ am 17. Januar, als der Getränkeriese plötzlich fünf seiner bundesweit 27 Produktionsstätten zur Disposition stellte – darunter auch die in Osnabrück. Begründet wurden die neuen Schließungspläne damit, dass die Produktion dichter an die Ballungszentren heranrücken sollte. Die Auflösung der bisherigen Gebietsgrenzen für den Vertrieb habe dies möglich gemacht, hieß es. Außerdem habe „der intensive Wettbewerb auf dem Markt für alkoholfreie Getränke und der Zusammenschluss der deutschen Coca-Cola-Konzessionäre“ das Unternehmen dazu veranlasst.

Auch diesmal kam Osnabrück mit dem Schrecken davon. Am 12. Februar 2009 meldete unsere Redaktion: „Coca-Cola wird vorerst weiter in Osnabrück Getränke abfüllen und vertreiben.“ Ausschlaggebend für den Verbleib seien Marktanalysen und Gespräche mit Arbeitnehmervertretern gewesen.


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