Büros und Praxen statt Luxuswohnungen Osnabrücker Hasehaus (fast) bis unters Dach vermietet

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Koloss mit Charisma: das Hasehaus am östlichen Ende des Osnabrücker Neumarkts steht im starken Kontrast zum historischen Landgericht. Foto: David EbenerKoloss mit Charisma: das Hasehaus am östlichen Ende des Osnabrücker Neumarkts steht im starken Kontrast zum historischen Landgericht. Foto: David Ebener

Osnabrück. Mehr als ein halbes Jahr nach dem Einzug der ersten Mieter ist das Hasehaus am Neumarkt in Osnabrück nahezu vollständig vermarktet. Frei ist nach wie vor eine kleinere Gastronomiefläche im Erdgeschoss. Dafür werden mittlerweile sogar die beiden als Luxuswohnungen geplanten höchsten Stockwerke gewerblich genutzt.

Eine Reihe von Firmen unterschiedlicher Branchen und Größe residiert heute unter der Adresse Neumarkt 1. Abgesehen vom Restaurant L’Osteria im Erdgeschoss, beherbergt das Hasehaus Büros und Praxen bis unters Dach. Nur leben will in dem spektakulären Hochhaus offenbar keiner. Das Penthouse-Konzept mit Nobelapartments im fünften und sechsten Obergeschoss wurde jedenfalls verworfen.

„Die Nachfrage nach Büro- und Praxisflächen an diesem Standort ist größer als die nach Wohnungen“, erklärte Jörg Brüggenolte von der für die Vermarktung zuständigen Sparkasse Osnabrück unserer Redaktion am Montag auf Nachfrage. Investor Hoff und Partner (Gronau) bestätigt: Um keinen Leerstand zu provozieren, sei man vom ursprünglichen Vorhaben abgewichen. Zudem hätten die Bauarbeiten am Neumarkt die Suche nach Wohnungsmietern erschwert. Was die freie Gastrofläche im Erdgeschoss angeht, gebe es „einige Zusagen“ von Interessenten. Hoff und Partner habe jedoch noch keine Entscheidung treffen wollen.

Das moderne Gesicht des Neumarkts

Das Hasehaus am Ostende des Osnabrücker Neumarkts, eingebettet zwischen der Straße Kollegienwall und dem namensgebenden Flüsschen Hase, wurde am 1. Oktober 2014 nach 14 Monaten Bauzeit eröffnet. Es gibt dem zentralen, aber architektonisch-ästhetisch in die Jahre gekommenen Platz der Innenstadt ein modernes Gesicht und sorgt – gerade in Verbindung mit dem historischen Landgericht gegenüber – für einen starken Kontrast.

Das 20 Millionen Euro teure Gebäude auf dem Gelände des früheren Café Coppenrath ist das Ergebnis eines Investorenwettbewerbs, bei dem sich Anfang 2011 das Industriebau-Unternehmen Hoff und Partner durchsetzte. Gemeinsam mit dem niederländischen Architekten Rob Beerkens vom Büro MAS aus Hengelo plante es ein Haus, das aus einem siebengeschossigen Kopfbau besteht („Haseturm“) sowie aus einem geringfügig niedrigeren Trakt im hinteren Teil des 1200-Quadratmeter-Grundstücks („Hasewall“). Gekoppelt werden beide Teile durch einen schmalen, eingerückten Mittelflügel. Besonders auffällig am Hasehaus sind die schrägen, nach hinten zu kippen scheinenden Außenmauern im oberen Teil des Gebäudes, außerdem die abwechselnd blaue und grüne Verglasung der bodentiefen Fenster sowie der hängende Garten an der Rückseite des Haseturms.


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