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Zehn Tage wie im Bilderbuch Osnabrücker Maiwoche 2015 knackt 700.000-Besucher-Marke

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Osnabrück. Eine Maiwoche wie im Bilderbuch: Die 43. Auflage der am Sonntag zu Ende gegangenen, zehntägigen Osnabrücker Riesenparty mit 150 Bands auf sieben Bühnen und 120 Verkaufsständen lockte über 700.000 Besucher in die Innenstadt.

„Wer behauptet, diese Maiwoche sei nicht gut gelaufen, der hat entweder etwas falsch gemacht oder er lügt“, lautete das Statement von Stephan Viehoff, Veranstalter an der Herrenteichstraße.

Vor allem das gute Wetter hatte dafür gesorgt, dass sich alle Beteiligten begeistert zeigen konnten. Viel Sonnenschein am Tag und sehr wenig Regen in der Nacht nahmen viele Menschen zum Anlass, die Open-Air-Fete zu besuchen und ausgiebig zu feiern. So erwies sich das Areal hinter dem Modehaus L+T als zu klein, als dort am Freitagabend „Mr. Hurley und die Pulveraffen“ ihren Piratenfolk auf die Planken legten. Sogar im Treppenhaus des benachbarten Parkhauses lugten Besucher durch die Lamellen vor den Fenstern, um einen Blick auf die Bühne zu erhaschen: Auf dem Platz gab es kein Durchkommen mehr.

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Ein ähnliches Bild zeigte sich an der Georgstraße, wo die „Schlagerschlampen“ sich am Liedgut der Helene Fischer vergriffen, am Nikolaiort, wo die „Atomic Playboys“ coverten, was das Zeug hielt, und auch auf dem Marktplatz, wo Dwayne Dopsie und seine „Zydeco Hellraisers“ eindrucksvoll bewiesen, wie ausgelassen eine Party in New Orleans gefeiert wird. Da wurde mitten im Publikum das Waschbrett malträtiert, derweil Dwayne seinem Akkordeon die Töne im wildesten Stakkato entlockte. Obwohl die Temperaturen nachts doch ziemlich auffrischten, floss der Schweiß in Strömen.

Derweil musste sich Osnabrücks Star-DJ Robin Schulz im Alando Maidorf die Musik der Zillertaler anhören. Weil die Buchung seines Auftritts offiziell abgesagt worden war, nutzte der Chartstürmer den freien Abend für einen Besuch der Maiwoche.

„Wir haben ihm die VIP-Tribüne reserviert, weil er mit seiner ganzen Familie kam: Eltern, Tanten, Onkel, insgesamt 20 Leute waren schon kurz nach 19 Uhr eingetroffen. Da lief noch Heimatmusik“, sagte Maidorf-Betreiber Frederik Heede unserer Redaktion. Damit keine Sicherheitsprobleme entstehen konnten, hatte er nur einen ganz kleinen Personenkreis über den Besuch des Discjockeys informiert.

Beste Maiwoche aller Zeiten?

Erstaunlicherweise erwies sich der Samstagabend als nicht ganz so gut besucht: Man konnte ohne „Stau“ zu Theken und Bühnen gelangen, und auch auf dem Hasestraßenfest zeigten sich Lücken. Vielleicht schwächelten die Besucher nach dem Feiertag – oder es waren wegen der nach einem tödlichen Unfall gesperrten Bahnstrecke zwischen Ibbenbüren und Osnabrück weniger Besucher aus dem westlichen Umland angereist.

Am Sonntag lachte jedenfalls wieder die Sonne, und Todor „Toscho“ Todorovic, Programmmacher auf dem Marktplatz, konnte mit seiner Blues Company vor „vollem Haus“ das traditionelle Abschlusskonzert zelebrieren.

„Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, erklärte am Sonntag Petra Rosenbach, Geschäftsführerin der Osnabrück Marketing und Tourismus (OMT), die die Besucherzahl mit 700.000 beziffert. „Da wir auf der Großen Straße mittlerweile mit Lasergeräten zählen, konnten wir diesmal ziemlich genau hochrechnen“, sagte sie. So seien an Christi Himmelfahrt, als die Leute ausschließlich wegen der Maiwoche kamen, weil die Geschäfte geschlossen hatten, allein 70.000 Menschen gezählt worden. Am Sonntag, dem letzten Tag des Volksfestes kamen noch einmal 58.000 Besucher hinzu.

Auch Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdienste seien überaus zufrieden, so Rosenbach. Es habe nur in den zehn Tagen 33 verletzte Personen gegeben, die hätten behandelt werden müssen, und die angezeigten Diebstähle seien für die Größe der Veranstaltung „verschwindend gering“ gewesen. Es sei eine „sehr sichere Maiwoche gewesen“, sagte Rosenbach.

Von der „besten Maiwoche, die sie bisher erlebt haben“, redeten derweil die Veranstalter an der Herrenteichstraße. Toscho Todorovic erwies sich als vollauf zufrieden, und auch Heinz Hammoor vom Schaustellerverband Weser Ems, der sich zuvor kritisch über die Maiwoche geäußert hatte, zieht ein positives Resümee: ein harmonisches Fest mit vielen zufriedenen Gesichtern.


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