„Wohnzimmerkonzert“ mit Ironie Auftritt vor 30 Zuhörern: Blumio in der Kleinen Freiheit

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lboe Osnabrück. „Ich sag es immer wieder: Ich bin Rapper, kein Journalist, doch ich muss zum Volk sprechen“, mit diesen Zeilen aus dem Song „Mainstream Media“ beginnt Blumio am Samstagabend sein Konzert in der Kleinen Freiheit. Der Rapper kritisiert damit die angeblich einseitigen Sichtweisen in westlichen Medien.

Er ist aber doch zumindest so etwas Ähnliches wie ein Journalist: Jede Woche rappt Blumio in seinen „Rap da News!“ im Stil einer Nachrichtensendung über aktuelle Ereignisse.

Nach einer kurzen Aufwärmrunde mit dem Rapper JayJay und der Sängerin Jessica Jeane begrüßt Blumio das Publikum zum „Wohnzimmerkonzert“. Eine Anspielung darauf, dass nur rund 30 Zuhörer gekommen waren. Er und seine Crew nehmen es mit Humor und nach wenigen Songs und ein paar Aufforderungen nach vorne zu kommen fällt kaum mehr auf, dass die ersten Reihen auch gleichzeitig die hintersten sind. DJ Stylo legt fette Beats auf. Manchmal zu fett für die kratzende Anlage in der Kleinen Freiheit. Das Publikum scheint begeistert zu sein.

Große Portion Ironie

Blumio rappt über gesellschaftliche und politische Themen – meist mit einer großen Portion Ironie. Nur wenige alberne und inhaltslose Songs, wie etwa ein Sauflied über den Kräuterlikör Killepitsch, fallen etwas aus dem Rahmen.

In seinen Texten hat Blumio teilweise sehr ungewöhnliche Herangehensweisen. Als „guter Ausländer“ rappt der japanischstämmige Blumio „Ey yo, schwarz rot geil, Schland for life!“ und nimmt das Klischee des spießigen Deutschen und die Forderung nach Assimilierung aufs Korn. So erzählt er das Märchen von Rotkäppchen aus der Sicht des Wolfes. Eine Metapher für den Nahostkonflikt. Es gehe nicht um Gut und Böse, sondern einen gemeinsam erreichten Frieden.


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