Riesige Herzen am Östringer Weg Osnabrücker bricht Spendenaktion nach Beschwerden ab

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Osnabrück. Drei riesengroße rote Herzen zieren am Donnerstagmorgen den Östringer Weg. Es ist eine Aktion des Hobbykünstlers Alfred Spoida, der mit dieser spontanen Installation zu einer Spende für die Palliativ-Station des Osnabrücker Klinikums aufrufen will. Beschwerden von Anwohnern führen allerdings dazu, dass Spoida die Herzen schon am Freitag wieder abbauen muss.

Direkt am Wegesrand sind die drei mannshohen Herzen auch am Freitagmittag noch zu sehen. Für Autofahrer und Spaziergänger ergibt sich vor dem goldgelben Rapsfeld ein imposantes Bild. Als Gunhild Krebser und ihr Mann Hubert die Installation an Christi Himmelfahrt bemerken, denken sie zuerst an einen überdimensionalen „Liebesbeweis“.

Spendenaktion auf dem Feld

Bei genauerer Betrachtung entdecken sie dann den Spendenaufruf. Das Ehepaar, das über viele Jahre ehrenamtlich in der Hospizarbeit tätig gewesen ist, wird skeptisch: eine Spendenaktion an einem Feld mitten im Nirgendwo? Im Zuge der kürzlich gestohlenen Spendenboxen aus den Osnabrücker Bussen fragen sie sich: „Will sich da jemand bereichern?“

Ein schwarzes Schaf?

„Wir sehen das ganz unkritisch“, sagt der zuständige Fachdienstleister der Stadt Osnabrück, Jürgen Wiethäuper. „Früher“ habe es zwar häufiger schwarze Schafe gegeben, die an das Geld der Bürger wollten. „Das hat es aber seit Jahren nicht mehr gegeben“, führt Wiethäuper aus. Er vermutet wie auch die Sprecherin des Osnabrücker Klinikums, Silvia Kerst, dass eine Privatperson hinter der Aktion steckt.

„Dem Herzen folgen“

Sie haben recht: Auf einer kleinen Infotafel neben einem der Herzen erklärt Hobbykünstler Spoida seine Intention: „Sollten Sie die Kunstwerke beeindruckt haben, denken Sie bitte daran, dass viele nicht die Möglichkeit haben, diesen Anblick zu genießen.“ Unter dem Motto „Dem Herzen folgen“ ruft Spoida dazu auf, für die Palliativ-Station am Osnabrücker Klinikum zu spenden. Für Nachfragen hinterlegt er auch seine Telefonnummer. „Keiner denkt bei Spenden an die Palliativ-Station“, beklagt Spoida, der in der Vergangenheit schon häufiger Kunstaktionen mit Spendenaufrufen für das Klinikum verbunden hat.

Beschwerden sorgen für Abbruch der Aktion

Er wohne unweit von der Installation und habe stets „ein Auge darauf“. Viele Interessierte freuten sich über sein Engagement, sagt er. Der Besitzer des Feldes befürworte es ebenfalls.

Einige Bürger sehen das jedoch anders: Sie beschweren sich bei der Polizei, die den Künstler schließlich darum bittet, die Herzen abzumontieren. Etwas verwundert und enttäuscht baut Spoida seine Installation darum am Freitagnachmittag wieder ab. Er verspricht: „Was an Geldern zusammengekommen ist, werde ich überweisen.“


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