Stadtbaurat zum Stand der Dinge Wie geht es weiter am Osnabrücker Ringlokschuppen?

Der Ringlokschuppen schläft derzeit noch einen tiefen Dornröschenschlaf. Foto: Archiv/Klaus LindemannDer Ringlokschuppen schläft derzeit noch einen tiefen Dornröschenschlaf. Foto: Archiv/Klaus Lindemann

Osnabrück. Da war doch noch was? Richtig. Der Ringlokschuppen. Einsam und verlassen fristet das denkmalgeschützte Gebäude hinter dem Hauptbahnhof ein tristes Dasein. Wie ist der Stand der Dinge? Wie kann es weitergehen mit der Entwicklung des städtischen Areals? Antworten auf diese Fragen wollte ein Informationsabend der Verwaltung am Dienstag im Haus der Jugend geben. Auskunftgeber waren Stadtbaurat Frank Otte und Sonja Mende, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Osnabrück (WFO).

Etwa 30 Gäste hatten sich kurz vorm Champions-League-Halbfinale und während eines lauen Maiwochenabends im kleinen Saal im Haus der Jugend eingefunden, um zu hören, was nach dem ersten Treffen im November 2013 passiert ist. Seinerzeit hatten die Akteure einen aufbruchsstimmigen Abend im Ringlokschuppen erlebt, Pläne geschmiedet und in Workshops Ideen für eine zukünftige Nutzung des Gebäudes irgendwo zwischen Kommerz und Kultur entwickelt. Seinerzeit konnte man sich noch im Ringlokschuppen treffen.

Das ist vorbei, weil die Zion GmbH als Eigentümerin der umgebenden Flächen den Weg zum Gebäude gekappt hat. Wer zum Schuppen will, muss sich auf einem schlecht begehbaren Fußweg von hinten an das Gebäude heranpirschen. Stadt und Zion kommunizieren mittlerweile überwiegend per Anwalt miteinander, wenngleich sich der Zion-Geschäftsführer Ralf Gervelmeyer und der Stadtbaurat immerhin noch mit einem unterkühlten Handschlag begrüßten.

Otte gab sich redlich Mühe, den Anwesenden näher- zubringen, dass die Verwaltung in den vergangenen Monaten seit dem letzten Treffen nicht untätig war, sondern all die Dinge vorantreibt, die sie vorantreiben kann. Zum Beispiel den Bebauungsplan. Otte wirft per Beamer den einen oder anderen Plan an die Wand. Er zeigt zum Beispiel, wie die Zuwegung zum Ringlokschuppen aussehen könnte – vielleicht mit einem Kreisverkehr. Der Stadtbaurat erläutert die verkehrstechnischen Probleme, die es zu bewältigen gilt, und er erzählt von den Überlegungen, auf dem städtischen Gelände rund um den Schuppen einen Haltepunkt für Fernbusse einzurichten. Er spricht von den Flächen, auf die derzeit noch die Bahn AG die Hand hält, die im Zuge der Projektentwicklung nach und nach entwidmet werden müssen.

Und er spricht auch von den Prozessen, die die Stadt derzeit mit der Zion GmbH führt. Da geht es um Grundstücksflächen, die für den Ausbau der Hamburger Straße gebraucht werden, oder eben auch um die juristische Klärung der Zuwegungsfrage zum Ringlokschuppen. Es sind schon einige Wenns und Abers, die Otte da in die Runde wirft. Otte zeigte sich aber zuversichtlich, dass der Bebauungsplan noch im Sommer bis zur Satzungsreife kommt. Von einem gemeinsamen Vorgehen mit der Zion GmbH ist dabei keine Rede mehr.


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