Rallye für Elektromobile Mit Tesla und Kleinwagen: Die „eTour Europe“ in Osnabrück


Osnabrück. Die „eTourEurope“ 2015 machte am Mittwoch Station am „Tast Kitchen“ in Hasbergen bei Osnabrück. Mit dabei Thorsten Elixmann aus Bad Iburg.

Tankst du noch oder lädst du schon?

Tankst du noch oder lädst du schon? Für sich hat Thorsten Elixmann die Frage hinten auf seinem Peugeot 106 längst beantwortet: Er tankt nicht mehr, er lädt nur noch. Und während der „eTourEurope“ sogar mehrmals täglich. Die Ausfahrt für E-Mobile machte am Mittwoch bei der „Taste Kitchen“ Station. Das Restaurant zwischen Hasbergen und Osnabrück war damit kurzzeitig der Ort mit der höchsten E-Mobil-Dichte in der Region.

Neun Tage, neun Länder, zwischen 450 und 550 Kilometer pro Tag und über 4200 Kilometer Gesamtfahrstrecke: Für Elektromobile und Fahrer ist die „eTourEurope“ eine echte Herausforderung. Und auch ein Wettkampf: Was zählt, ist die kürzeste Reisezeit, definiert als Fahrzeit plus Ladezeit. Und da wird es kompliziert: Wer schnell fährt, kommt vielleicht schneller voran, muss dafür aber öfter oder auch länger nachladen. Was also ist die beste Taktik?

„Das macht einen riesen Spaß“

Thorsten Elixmann scheint den Ausweg aus diesem Dilemma zu kennen: In der Klasse bis zu einer Reichweite von 250 Kilometer führte der Bad Iburger derzeit. „Das macht einen riesen Spaß.“ Muss es auch: Schließlich hat der Iburger viel Zeit, Geld und Arbeit in seinen inzwischen 17 Jahre alten Peugeot gesteckt. Als er den 106 vor rund fünf Jahren kaufte, war der kleine Stromer nicht nur günstig, sondern auch ziemlich am Ende. Elixmann spendierte ihm unter anderem neue, leistungsfähige Batterien und eine neue Ladeeinheit. Keine eineinhalb Stunden dauert es jetzt, den Wagen auf zu laden. Und die Reichweite stieg auf rund 250 Kilometer.

Reichweite bis zu 500 Kilometern

Die Endgeschwindigkeit des kleinen Löwen blieb allerdings bescheiden: Die rund 15 PS beschleunigen ihn auf knapp 100 Kilometer pro Stunde. Das allerdings dank hohem Drehmoment recht vehement.

Elixmann ist nicht der einzige 106-Treiber im Feld: Auch Jaromir Vegr vertraut dem Elektro-Franzosen. Bei der Technik hat der grauhaarige und graubärtige „eTourEuope“-Veteran ebenfalls kräftig aufgerüstet. Eine Reichweite von 500 Kilometern müsse ein alltagstaugliches E-Mobil schon haben, findet der Tscheche. Und sein Peugeot hat sie auch. Von den vielen Optimierungen zeugen unter anderem die mit Lüsterklemmen zusammengeflickte Verkabelung. Und fehlenden Abdeckungen im Motorraum, die einem TÜV-Ingenieur in Deutschland vermutlich reflexartig über eine sofortige Stilllegung nachdenken ließen.

Heizung muss sein

Beide Fahrzeuge kommen allerdings nicht ganz ohne Benzin aus: Eine kleine Heizung sorgt für Wärme im Winter und – wichtiger – für freie Sicht, wenn die Scheiben beschlagen. Brauchen nur Weicheier? Mag sein, die StVO spricht aber eine klare Sprache: „Geschlossene Führerräume in Kraftfahrzeugen mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 25 km/h müssen ausreichend beheizt und belüftet werden können“, gibt der Paragraf 35c vor.

Leise rollt der Tesla ...

Ein Peugeot 106 ist das eine, am anderen Ende der automobilen Nahrungskette würden die Sportwagen von Tesla grollen. Tatsächlich rollen aber auch sie aber fast lautlos am „Taste Kitchen“ vor. Sie sind schneller als andere E-Autos, haben eine größere Reichweite, laden schneller und entsprechen so gar nicht dem Klischee von der Öko-Plastikkiste. Okay, sie kosten auch ein bisschen mehr. Deswegen treten sie in einer eigenen Klasse an.

Die Akkus sind voll, fast alle Fragen beantwortet, es kann weitergehen. Das nächst Ziel ist Bremen. Thorsten Elixmann wird sich wohl auf der Autobahn hinter einen Lkw hängen. Mal sehen, wer dort die Nase vorne hat …


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