Donnerstag ist Renntag Seifenkisten-Test am Hauswörmannsweg

Von Markus Strothmann


Osnabrück. Auch Seifenkisten müssen durch den TÜV: Am Donnerstag steigt am Hauswörmannsweg wieder das große Seifenkistenrennen, ausgerichtet vom Gemeinschaftszentrum Ziegenbrink. Am Montag wurden sämtliche Kisten noch mal gründlich durchgecheckt, viele junge Starter nutzten die Gelegenheit für eine Probefahrt.

Jedes Jahr bauen handwerklich begabte Freunde des Sports neue Kisten, der Fuhrpark des Gemeinschaftszentrums (GZ) Ziegenbrink wächst laut Leiter Michael Fischer jährlich um acht oder neun Fahrzeuge: „Mittlerweile haben wir um die 90 Stück, die für das Rennen ausgeliehen werden können.“ Diese müssen vor dem Einsatz natürlich auf Herz und Nieren geprüft werden, aber auch die älteren Kisten dürfen nach Monaten auf Halde nicht unbesehen wieder auf die Rennstrecke.

Auch Profis am Start

Alles muss sitzen, Lenkung und Bremssystem müssen einwandfrei funktionieren, denn beim Rennen kriegt man einen Affenzahn drauf. „Wir möchten nicht, dass jemand durch die Strohballen rast und auf die Iburger Straße fliegt“, sagt Michael Fischer.

Beim Rennen am Donnerstag gibt es verschiedene Wertungsklassen, je nach Alter, Bauart der Kisten und fahrerischem Können. Auch Profis gehen an den Start, die bei Deuschen- und Europameisterschaften teilgenommen haben. „Die Fahrer kommen aus ganz Deutschland, es gibt über 50 Vereine. Die deutsche Meisternschaft findet dieses Jahr in Duisburg statt. Die würden wir auch gern mal ausrichten, aber das ist eine Nummer zu groß für uns. Das Rennen am Donnerstag ist schon eine ziemliche Herausforderung bei so einem großen Starterfeld“, erklärt Michael Fischer. Es wird aber Rennen geben, die in die Qualifikation für die Meisterschaft einfließen.

Ohne TÜV geht es nicht

Alle der über 150 Teilnehmer „zwischen acht und achtundachtzig“ sind zwar begeisterte Fahrer, aber die meisten wollen natürlich hauptsächlich Spaß haben. Das spiegelt sich auch in vielen Modellen wider, die sich im Besitz des GZ befinden. Da gibt es den Bus der Stadtwerke, den Straßenkehrwagen, das „Yellow Submarine“ und sogar eine Kiste in der Form des Osnabrücker Rathauses: Es geht aerodynamischer, aber der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Bei der Umsetzung neuer Ideen ist das Team des Ziegenbrinks immer dankbar für finanzielle Unterstützung durch Sponsoren. Denn auch wenn man selbst Hand anlegt, kostet allein die „Hardware“ in Form von Räder, Achsen, Brems- und Lenksystem locker 280 Euro, und ohne geht es nicht.

Um alle Kisten auf Tauglichkeit zu checken, musste sich der Ziegenbrink-TÜV ziemlich ranhalten. Als Hausmeister Günter Teske sich ein wenig Zeit ließ bei der Kontrolle einer besonders schicken Kiste, drängte Michael Fischer zu Eile: „Günter, fahr dein Gipsbein weg!“

Anmeldungen für das Rennen werden nicht mehr angenommen. Aber auch das bloße Zusehen wird garantiert Entertainment bieten, egal ob bei den ambitionierten Fahrern in schnittigen Hochgeschwindigkeitskisten oder bei Spaßvögeln, die in fahrbaren Gipsbeinen den Hauswörmannsweg runterflitzen.


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