Demo für die Legalisierung von Cannabis „Hanffreunde Osnabrück“ demonstrieren in der Innenstadt

Von Alexander Adams


Osnabrück. Soll der Erwerb von Cannabis für den Eigenbedarf legalisiert werden? Diese Frage beschäftigt viele Menschen in Deutschland seit Langem. Auch in Osnabrück gehen die Meinungen über den richtigen Umgang mit der Pflanze auseinander. Zahlreiche Verfechter einer Legalisierung demonstrierten am Samstagnachmittag im Rahmen des weltweit in vielen Städten veranstalteten „Global Marijuana March“ für ihr Anliegen.

Ausgehend von den USA finden diese Demonstrationen seit 1999 immer im Mai statt. In Deutschland wurden in diesem Jahr nach Angaben des Deutschen Hanfverbandes in 25 Städten Aktionen veranstaltet, darunter nun erstmals in Osnabrück. Höchste Zeit findet Daniel Schubert, der die Kundgebung als Sprecher des Vereins „Hanffreunde Osnabrück“ mitorganisierte. Auch in der Hasestadt seien viele Bürger mit der aktuellen Gesetzeslage nicht einverstanden und sehen sich zu unrecht kriminalisiert. Ziel ist daher die Herbeiführung eines Rechtszustandes, wie er beispielsweise im amerikanischen Bundesstaat Colorado beschlossen wurde. Dort ist seit 2014 der Verkauf von Cannabis-Produkten an Personen über 21 Jahre vollkommen legalisiert. Auf diese Weise kämen potenzielle Konsumenten erst gar nicht mit den kriminellen Strukturen des hiesigen Drogenhandels in Kontakt, der ja gerade zum „ausprobieren“ harter Rauschgifte verleite so Schubert. Kritiker entgegnen einer solchen Argumentation allerdings, dass die Legalisierung von Cannabis mit der Zeit Forderungen nach Legalisierung gefährlicherer Stoffe aufkommen lassen würde.

200 Teilnehmer

Bisher scheinen sich diese kritischen Stimmen in der Stadt durchzusetzen. In Osnabrück konnte die Gruppe um Schubert noch keinerlei politische Unterstützung erfahren und setzt daher ganze Stücke auf Aktionen wie die Demonstration in der Innenstadt. Beginnend am Hauptbahnhof zogen die etwa 200 Teilnehmer über die Heinrich-Heine-Straße und den Kollegienwall bis zum Landgericht am Neumarkt. Neben Transparenten und Fahnen hatten sie auch einen überdimensionierten Joint (oder Marihuanazigarette) mitgebracht der sicherlich hundertprozentig cannabisfrei direkt auf ihr Anliegen aufmerksam machte. Vor dem Gericht kam es dann zu einer Abschlusskundgebung, die auch aufgrund der nahen Maiwoche weitere Zuhörer anlockte. Diese hatten dann auch die Gelegenheit selbst einige Hanfprodukte wie hanfhaltige Kekse oder Schokolade zu probieren. Bei einem Gehalt von nur 0,2 Prozent des rauschbewirkenden Cannabinoides THC war dies bereits jetzt absolut legal.