Bundesweit einmalige Kooperation Hochschule und Uni gründen Gesundheitscampus Osnabrück

Unterzeichner des „Memorandum of Understanding“ für den Gesundheitscampus Osnabrück: (hintere Reihe von links nach rechts) die ideengebenden Professorinnen Birgit Babitsch und Andrea Braun von Reinersdorff, Bistumsvertreter Bernd Runde, Superintendent Friedemann Pannen und Klinikchef Michael Böckelmann. (Vordere Reihe von links) Kreisrat Stefan Muhle, Universitätspräsident Wolfgang Lücke, Hochschulpräsident Andreas Bertram und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Foto: Egmont SeilerUnterzeichner des „Memorandum of Understanding“ für den Gesundheitscampus Osnabrück: (hintere Reihe von links nach rechts) die ideengebenden Professorinnen Birgit Babitsch und Andrea Braun von Reinersdorff, Bistumsvertreter Bernd Runde, Superintendent Friedemann Pannen und Klinikchef Michael Böckelmann. (Vordere Reihe von links) Kreisrat Stefan Muhle, Universitätspräsident Wolfgang Lücke, Hochschulpräsident Andreas Bertram und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Hochschule und Universität Osnabrück haben gemeinsam mit regionalen Partnern die Grundsatzvereinbarung unterzeichnet, in Osnabrück einen deutschlandweit einmaligen Gesundheitscampus zu etablieren. Dort sollen Wissenschaft, Unternehmen der Gesundheitsversorgung, Kirchen und Politik zusammenkommen, um innovative Versorgungskonzepte für die Region zu entwickeln.

Die Gründung des Gesundheitscampus Osnabrück ist von der Idee getragen, „Gesundheitsversorgung neu zu gestalten“. Als Partner stehen den beiden Hochschulen zur Seite die Stadt und der Landkreis Osnabrück, das Bistum Osnabrück, der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Osnabrück sowie Gewi-Net – ein regionales Netzwerk für Gesundheitswirtschaft, in dem etwa 90 Mitglieder aus dem Raum Weser-Ems organisiert sind. 

„Dieser Ansatz hat Modellcharakter“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Lücke, Präsident der Universität Osnabrück, anlässlich der Unterzeichnung des „Memorandums of Understanding“ am Donnerstag am Campus Westerberg. Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Bertram unterstreicht: „Der Campus ist ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfestigkeit der Region und wird ein wichtiger Treiber für Innovationen in der Forschung sein.“

Enge Verzahnung von Theorie und Praxis

Entwickelt wurde das Konzept für die regionale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Gesundheitsversorgung von Birgit Babitsch, Professorin für New Public Health an der Universität Osnabrück, und Andrea Braun von Reinersdorff, Professorin für Krankenhausmanagement an der Hochschule Osnabrück. Sie sagen: „Mit dem Gesundheitscampus wollen wir Wissenschaft und Praxis eng miteinander verzahnen.“

Gemeinsam sollen neue Weiterbildungsangebote für Gesundheitsberufe entstehen und akademische Lehrpraxen und Lehrkrankenhäuser eingerichtet werden. Michael Böckelmann, Vorsitzender von Gewi-Net und Geschäftsführer der Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde, stellt dazu fest: „Wir können uns das Personal nicht gegenseitig abspenstig machen, sondern wollen für den wachsenden Bedarf ausbilden.“ Nur eine enge Kooperation aller Einrichtungen und Unternehmen in der Region und die gemeinsame Aus-, Fort- und Weiterbildung könne helfen, Arbeitskräfte vor Ort zu binden.

Neue Master- und Promotionsstudiengänge geplant

Dazu wollen die beiden Osnabrücker Hochschulen ihre Expertisen – aus der Lehrerbildung für berufsbildende Schulen an der Uni und aus den Studiengängen für Gesundheitsberufe  sowie Gesundheits- und Pflegemanagement an der FH – in Forschung und Lehre bündeln. In einem ersten Schritt werden gemeinsame Master- und Promotionsstudiengänge konzipiert. Perspektivisch sollen aus den Forschungsschwerpunkten am Gesundheitscampus Osnabrück sogenannte Kompetenzzentren entstehen, die etwa im Wissenschaftspark am Westerberg angesiedelt werden sowie national und international Maßstäbe für die gesundheitsbezogene Forschung und die Bildungs- und Versorgungspraxis setzen.

Mit der Initiative „Gesundheitsregion Landkreis und Stadt Osnabrück“ gebe es bereits vielfältige Schnittstellen zum Gesundheitscampus, erklärte Ideengeberin Babitsch. „Durch den Schulterschluss mit den Akteuren aus der Praxis stärken wir die Region im Sinne einer qualitativ hochwertigen Versorgung.“ (Weiterlesen: Osnabrücker „Living Lab“ verbessert Wohnen und Pflege)


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