Neue Heimat für Schützenvereine der Region Freitag Gründungsversammlung für Bund der Osnabrücker Schützen

Am Freitag findet die Gründungsversammlung für einen „Bund der Osnabrücker Schützen“ in Ostercappeln-Venne statt. Foto: dpaAm Freitag findet die Gründungsversammlung für einen „Bund der Osnabrücker Schützen“ in Ostercappeln-Venne statt. Foto: dpa

Osnabrück. Die Schützen-Szene kommt nicht zur Ruhe: Die Austrittswelle der Vereine aus dem Nordwestdeutschen Schützenbund (NWDSB) hält an. Grund: die durch Beitragserhöhungen auf die Vereine abgewälzten Kosten für das Leistungszentrums in Bassum. Die Mitgliederzahl im Schützen-Bezirksbund Osnabrück/Emsland/Grafschaft Bentheim (OEGB) hat sich fast halbiert – von rund 27000 auf um die 14500.

Jetzt ist Freitagabend die Neugründung eines Dachverbandes auf Bezirksebene angekündigt: Der Bund Osnabrücker Schützen wird aus der Taufe gehoben.

Die Initiatoren legen allerdings Wert darauf, dass es sich nicht um eine Konkurrenzorganisation handelt. Vielmehr würden langjährige Mitglieder des seit mehr als 80 Jahren bestehenden Schützenbundes für Stadt und Region zum Gründungsteam des neuen Bundes der Osnabrücker Schützen zählen. Im Einladungsschreiben des ehemaligen Kreispräsidenten Franz Wurm für den Gründungsakt am Freitag in der Gaststätte Beinker in Ostercappeln-Venne heißt es: „Wie bereits durch Eure Kreispräsidenten angekündigt, wollen wir einen Traditions- und Schießsportverband in der Stadt Osnabrück und im Landkreis gründen.“ Es werde hoffentlich „gemeinsam gelingen, dem Weg unseres heimatlichen Schützenwesens neu zu gestalten und nachhaltig in Erinnerung zu bringen“.

Wie im Vorfeld zu hören ist, sollen die Beitragssätze im neuen Bund deutlich unter dem Niveau des bisherigen NWDSB-Bezirksverbands liegen. Ein Mitglied des Vorbereitungsteams: „Wir verstehen uns als Auffangbecken für die inzwischen rund 5000 Schützen in der Region, die dem Nordwestdeutschen Schützenbund wegen des undurchsichtigen Finanzkurses den Rücken gekehrt haben.“ Es ist beabsichtigt, dass die die von den Vereinen abzuführenden Beiträge bei weniger als der Hälfte dessen liegen werden, was gegenwärtig vom Bezirksbund erhoben wird.

Austrittswelle hält an

Der im Hintergrund schwelende Konflikt mit der bisherigen NWDSB-Dachorganisation hat sich jüngst sogar noch weiter verschärft. Nach Streitigkeiten um die Höhe abzuführender Mitgliedsbeiträge haben die Osnabrücker Schützenbund-Vorstandsmitglieder um Präsident Heinrich Burkhard die Mitarbeit aus Landesebene eingestellt. Die Arbeit des Bezirksverbands Osnabrück/Emsland/Grafschaft Bentheim (OEGB) liegt seither still.

Deshalb soll jetzt ein Neuanfang zum 1. Januar 2016 erfolgen. Ein Vertreter des neuen Bundes für Osnabrücker Schützen: „Wir brauchen wegen der bestehenden Kündigungsfristen einige Monate Vorlauf, bevor die neue Struktur für die Region Osnabrück starten kann.“ Auch im Schützenkreis Aschendorf habe es eine ähnliche Entwicklung und die Neugründung des Schützenbundes Weser-Ems gegeben.

Neuanfang ab 2016

Die Hoffnung des neuen „Bund der Osnabrücker Schützen“-Teams: Dass sich zwischen 30 und 40 Vereine mit mehr als 3500 Mitgliedern an der neuen Struktur beteiligen. Insgesamt gibt es aktuell mehr als 100 aktive Schützenvereinigungen im Osnabrücker Raum.

Freitagabend wird abzuschätzen sein, wie realistisch diese Einschätzung ist.


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