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Gedenken an getötete Radfahrer Erster „Ride of Silence“ Deutschlands in Osnabrück

Von Michael Schwager

Die „Ghost-Bikes“ an der Kreuzung Johannistorwall/Kommenderiestraße erinnern an die an dieser Stelle getöteten Osnabrücker Radfahrer. Archivfoto: Jörn MartensDie „Ghost-Bikes“ an der Kreuzung Johannistorwall/Kommenderiestraße erinnern an die an dieser Stelle getöteten Osnabrücker Radfahrer. Archivfoto: Jörn Martens

Osnabrück. Daniel Doerk und der ADFC Osnabrück organisieren den ersten „Ride of Silence zum Gedenken an getötete Radfahrer in Deutschland am 20. Mai in Osnabrück.

„Osnabrück ist die erste deutsche Stadt, die einen Ride of Silence hat. Leider sind auch hier im vergangenen Jahr drei Radfahrer ums Leben gekommen . An diese und die vielen Radfahrerinnen und Radfahrer, deren Leben sich durch einen Unfall für immer verändert haben, wollen wir auf einer zirka acht Kilometer langen Tour um die Osnabrücker Innenstadt erinnern. Die Route führt dabei an sechs Orten vorbei, an denen in den vergangenen Jahren Radfahrer ums Leben gekommen sind“, schreibt Doerk im Radler-Blog „it started with a fight...“ Und so Uwe Schmidt, Vorsitzender des ADFC Osnabrück ergänzt: „Wir möchten hier als ADFC unsere Anteilnahme deutlich machen und zeigen, dass diese Menschen keine blanken Zahlen in einer Unfallstatistik sind. Jeder tödlich verunglückte Verkehrsteilnehmer ist einer zu viel.“

Ride of Silence

2003 haben Radfahrer aus Dallas (USA) einen Freund verloren, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war, schreibt Doerk weiter. Bei der Beerdigung sei die Idee für den Ride of Silence geboren worden. Seitdem fahren immer am 20. Mai um 19 Uhr Radfahrer eine kleine Tour in Gedenken an verunglückte Mitmenschen. In den USA und in anderen Ländern habe sich das Projekt schnell ausgebreitet. Für 2015 hätten sich 208 Städte angemeldet – neben den USA auch in Schweden, Israel, Südafrika und der Ukraine.

Die Resonnanz

Wieviele Radfahrer sich am 20. Mai in Osnabrück beteiligen werden, kann Doerk bisher schwer abschätzen. Eine Anmeldung ist nicht vorgesehen. Doerk: „Ich hoffe natürlich, dass viele dabei sind.“ Bei den „Critical Mass“-Fahrten sei die gewöhnlich starke Beteiligung unmittelbar nach schweren Unfällen immer wieder langsam abgeflaut. Unterstützung habe er jedoch überall in Geschäften erfahren, in denen er das Ankündigungsplakat für den Ride of Silence aufhängen wollte. In Berlin hätten sich inzwischen schon rund 1000 Radler für den 20. Mai angemeldet.

In Osnabrück

Zur Tour selbst: die Strecke rund um die Osnabrücker Innenstadt ist etwa acht Kilometer lang und soll möglichst ruhig abgefahren werden. Sie ist daher für jeden geeignet. Da der Ride of Silence offiziell angemeldet ist, werde die Polizei die Gruppe wahrscheinlich begleiten und absichern, vermutet Doerk: „Ich habe darüber hinaus auch die Fahrradpolizisten eingeladen, am Ride of Silence teilzunehmen.“ Die Route führt die Teilnehmer rund acht Kilometer um die Osnabrücker Innenstadt an verschiedenen Unfallorten vorbei vom Heger-Tor-Wall über die Natruper Straße, Wachsbleiche, Hansastraße, Liebigstraße, Alte Poststraße, Goethering, Johannistorwall bis zur Osnabrückhalle.

Radunfall in Hellern

Zuletzt war am vergangenen Samstag in Hellern ein 80-jähriger Radfahrer schwer verletzt worden. Der Mann wurde mit ausgekugelter Schulter und Prellungen zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert. Er konnte nach Auskunft der Polizei am nächsten Tag wieder entlassen werden.