NOZ Monatsrückblick April 2015 Ärger um Gebäude und Tiere: der April 2015 in Osnabrück

Von Frank Riehemann


Osnabrück. Die Sanierung der Osnabrücker Theaterfassade, Wildtiere in Zirkussen, das Giraffenbaby Dayo im Zoo und der Zustand der Flüchtlingsbaracke in Hasbergen – diese Themen beherrschten die Schlagzeilen im April 2015 in der Region Osnabrück.

Die Sanierung der Theaterfassade in Osnabrück sorgt für Ärger. Zwei Unternehmen, die bei der Ausschreibung nicht zum Zuge gekommen sind, legen Beschwerde gegen das Vergabeverfahren ein. Ein Restaurator aus Hörstel ist sogar der Ansicht, dass eine umfangreiche Sanierung der Fassade gar nicht nötig sei. Kritisiert wird auch die Schadenserfassung durch die Probst Projekt GmbH, die seit Jahren für die städtische Denkmalpflege tätig ist. Die Stadt weist in einer Stellungnahme nach, dass bei der Auftragsvergabe alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

In Brüssel werden die Rathäuser in Osnabrück und Münster mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Mit diesem Siegel würdigt die Europäische Kommission Stätten, die symbolisch und beispielhaft für die europäische Einigung sowie für die Ideale und die Geschichte Europas und der Europäischen Union stehen.

Die Stadtwaage in Osnabrück ist endlich barrierefrei. Nach dreimonatiger Umbauzeit können Behinderte mittels eines Lifts problemlos das Trauzimmer in dem historischen Gebäude erreichen.

Müssen die Osnabrücker demnächst auf Gastspiele von Zirkussen mit Wildtieren verzichten? Mit einer großen Mehrheit beauftragt der Stadtrat die Verwaltung, zu prüfen, ob Zirkussen mit Wildtieren eine Auftrittsgenehmigung auf städtischen Flächen untersagt werden kann. Hintergrund ist eine Einschätzung der Bundestierärtzekammer, dass eine artgerechte Wildtierhaltung in Zirkussen wegen der häufigen Standortwechsel und oft zu kleiner Gehege nicht möglich ist. Eine Entscheidung fällt in der nächsten Rastsitzung am 19. Mai 2015.

Die Geburt des Giraffenbullen Dayo im Osnabrücker Zoo sorgt für große Freude, aber auch für heftige Kritik. Frank Albrecht, Sprecher des Zoogegner Vereins „Endzoo“, behauptet, dass Dayos Eltern Ursula und Edgar verwandt seien und das Giraffenbaby das Produkt einer Inzucht sei. Der Zoo verweist dagegen auf das Europäische Zuchthalterprogramm, aus dessen Unterlagen eindeutig hervorgehe, dass Dayos Eltern und sogar Dayos Großeltern nicht verwandt sind.

Stadt und Landkreis Osnabrück einigen sich beim Thema Gastschulgeld. Für die etwa 6200 Schüler aus dem Landkreis, die in Osnabrück ein städtisches Gymnasium oder eine Berufsschule besuchen, überweist der Kreis künftig 3,8 Millionen Euro jährlich an die Stadt. Das sind 1,5 Millionen Euro mehr als bisher.

Die Ratsmehrheit beschließt die Wiedereinführung der Baumschutzsatzung in Osnabrück. SPD, Linke, Grüne und Ratsherr Michael Florysiak begründen ihren Antrag mit der für das Stadtklima notwendigen CO2-Reduktion, sowie mit der Zunahme Staub- und Lärmemissionen in den letzten Jahren.

Ende des Monats schließt das Glanz & Gloria in Osnabrück. Siebeneinhalb Jahre war die Kneipe eine Institution bei den Studierenden. Jetzt verlangen Brandschutzbestimmungen Investitionen in sechsstelliger Höhe – zu viel für die Betreiber.

Die AWO will ihr Altenwohnzentrum „Haus am Schölerberg“ zum Ende des Jahres schließen. Das Haus, das sei drei Jahren rote Zahlen schreibt, sei nicht mehr wettbewerbsfähig, begründet die Geschäftsführung ihre Entscheidung. Für das 1959 eröffnete Altenheim besteht ein Investitionsbedarf in Höhe von mindestens neun Millionen Euro.

Rund um Osnabrück

In Belm wird ein NOZ-Blätterwald gepflanzt. 3 000 junge Buchen werden von Freiwilligen sowie von professionellen Pflanzkräften auf einer 0,9 Hektar großen Fläche am Boltenweg gesetzt. Der Umweltschutzverein „Trinkwasserwald“ will mit seiner „Blätterwald“-Kampagne die Qualität des Trinkwassers positiv beeinflussen.

Die Friedhofskapelle in Wallenhorst steht wieder für Trauerfeiern zur Verfügung. Zweieinhalb Jahre war sie wegen eines fehlerhaften Bodens geschlossen. Die Kirchengemeinde hat die Sanierung aus eigenen Mitteln bezahlt, da ein Ende des Rechtsstreits mit dem Architekten und dem Fliesenlegerbetrieb nicht in Sicht ist.

Jedes Jahr im April steht Hagen fünf Tage lang im Zeichen des Pferdesportfestivals Horses & Dreams. Neben den Prüfungen im Springen, der Dressur und im Pferde-Biathlon präsentiert sich in diesem Jahr das Gastland Australien mit einem Showprogramm. Gut 6 500 Menschen besuchen trotz des wechselhaften Wetters das Festival.

In Hasbergen wird die alte Flüchtlingsbaracke geschlossen . Der Vorsitzende des Familienausschusses, Ubbo Weerts, hatte den desolaten Zustand der mehr als 20 Jahre alten Unterkunft an der Eisenbahnstraße kritisiert und die Holzbaracke als „eine Schande für Hasbergen“ bezeichnet. Auch Bewohner hatten über menschenunwürdigen Lebensbedingungen in den kleinen, verdreckten Räumen geklagt. Die Gemeinde ruft nun die Hasberger auf, Wohnungen an Flüchtlinge zu vermieten.

Südkreis

Die Standortpläne von SD Automotive in Georgsmarienhütte stoßen bei den Bürgern des betroffenen Ortsteils Malbergen auf heftigen Widerstand. Der Dienstleister für die Automobilindustrie möchte eine neue Montagwerkstatt plus Logistikzentrum und Materiallager bauen. Auf einer acht Hektar großen Fläche im Gewerbegebiet Osterheide sollen 300 neue Arbeitsplätze entstehen. Anwohner befürchten eine Zerstörung des Landschaftsbildes und des landwirtschaftlich-dörflichen Charakters von Malbergen durch die bis zu 25 Meter hohen Gebäude. Außerdem sehen sie Probleme beim Hochwasserschutz durch die Versiegelung der Fläche.

In Georgsmarienhütte wird es eine Georg-Elser-Straße geben. Nach einem heftigen Streit stimmt der Rat mit einer Ein-Stimmen-Mehrheit für den Vorschlag von SPD und Linken, die Verbindung zwischen Dütekreisel und dem Parkplatzbereich hinter dem Rathaus nach dem Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus zu benennen.

In Bad Iburg kämpft der Förderverein weiter für die Landesgartenschau 2018. In einer Online-Umfrage des Vereins stimmen 91 Prozent der Iburger Teilnehmer für die Durchführung der Gartenschau im Kurort. Der Verein selbst will die Laga mit 100 000 Euro unterstützen. Die entscheidende Ratssitzung findet am 5. Mai 2015 statt, nachdem Bürgermeisterin Annette Niermann eine kurzfristig für den 16. April einberufene Sitzung abgesagt hat. Derweil bringt der GMHütter Marketingvereinsvorstand Hans-Joachim Graef Georgsmarienhütte und Hagen als Schauplatz der Landesgartenschau ins Gespräch.

Bei Dachdeckerarbeiten gerät das Zentrallager der Firma Homann in Brand. Die Polizei in Dissen geht davon aus, dass das Feuer durch Funkenflug und somit fahrlässig verursacht wurde. Gegen einen 47-jährigen Dachdecker sowie seine 20-jährige Kollegin, die bei einem eigenständigen Löschversuch eine Rauchgasvergiftung erlitten, wird ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet. Der Schaden könnte sich auf mehr als eine Million Euro belaufen.

Blick nach Westfalen

In Lotte gehen CDU, FDP und Grüne bei der Bürgermeisterwahl am 13. September 2013 mit einem gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten an den Start: Norbert Kuprian. Der 58 Jahre alte Diplom-Verwaltungswirt und Diplom-Krankenhausbetriebswirt aus Lotte gehört keiner Partei an.

Persönlich

Jan Jansen wird neuer Chef der Osnabrück-Halle. Der 41-jährige Osnabrücker tritt die Nachfolge von Sandra Gagliardi an, die Ende 2014 auf eine Vertragsverlängerung verzichtet hatte.

Anna Carina Alpert scheidet in der vierten Recall-Runde von „Deutschland sucht den Superstar“ aus. Für Samira Mariel Brüning ist nach dem Halbfinale Schluss bei der Castingshow „The Voice Kids 2015“.

Frank Henning , SPD-Fraktionsvorsitzender im Osnabrücker Stadtrat und Mitglied des Niedersächsischen Landtags, wird von der „Bild-Zeitung“ zum zweiten Mal in diesem Jahr zum „Verlierer des Tages“ gekürt. Grund ist ein „geschmackloser“ Witz auf seiner Facebook-Seite zum German-Wings-Absturz.

Felicitas Egerland stirbt im Alter von 84 Jahren. Als Unternehmerin, Kommunalpolitikerin und vor allem durch ihr soziales Engagement hat sie ihre Heimatstadt Osnabrück mit geprägt.

Prof. Dr. Ulrich Lieth stirbt im Alter von 89 Jahren. Dem Biologie-Professor hat Osnabrück die Einrichtung des Botanischen Gartens am Westerberg verdanken.


Hier fassen wir jeweils zum Ende eines Monats die wichtigsten Themen der vorangegangenen Wochen in Kurzform zusammen. Ähnlich wie in den beliebten Jahresrückblicken der Zeitung können Sie hier alles Wissenswerte des Monats aus Osnabrück und Umgebung Revue passieren lassen. Hyperlinks im Text führen Sie bequem zu vorheriger Berichterstattung.

0 Kommentare