Freifunk-Aktion Kostenloses W-Lan auf der Osnabrücker Maiwoche


Osnabrück. Das Freifunknetz in Osnabrück wächst und wächst und wächst. In Stadt und im Umland weist die Standortkarte rund 100 aktive „Knoten“ aus, über die ein kostenloser und registrierungsfreier Zugang zum Internet per WLan möglich ist. Zur Maiwoche (8. bis 17. Mai) forcieren die Osnabrücker Freifunker ihr Bürgernetz weiter: Im ganzen Stadtfest-Bereich sollen Freifunkrouter ein WLan-Netz aufspannen.

Der Vorteil für die Maiwochen-Besucher: Statt das eigene, oft knappe Datenkontingent des Mobilfunkanbieters zu verbrauchen, können sie das kostenlose WLan benutzen, um Bilder zu posten, soziale Netzwerke und Emails zu checken, einfach zu surfen oder sich auf www.noz.de/maiwoche zu informieren.

WLan auf der Maiwoche

Damit das auch reibungslos klappt, investieren die Osnabrücker Freifunker derzeit jede Menge Arbeit in ihr Maiwochen-Netz. Sechs mobile Router mit LTE-Anbindung bilden zusammen mit vier festen Außenanbindungen das Rückgrat des Maiwochen-WLan und sorgen für die Anbindung an das Internet. Zusammen mit rund einem Dutzend weiterer Mesh-Router bilden sie zunächst vom 8. Bis zum 17. Mai das WLan-Netz auf dem Marktplatz vor dem Rathaus, in der Georgstraße und auf dem Domplatz. Die mobilen LTE-Uplinks werden teilweise mit Solar- und Windenergie gespeist.

Wie kann man das Freifunknetz benutzen?

Wer das Freifunk-WLan-Netz nutzen will – egal ob auf der Maiwoche oder über einen der vielen schon jetzt in Osnabrück aktiven Router - muss sich weder anmelden noch registrieren oder irgendwelche AGBs bestätigten. Das Osnabrücker Freifunknetz meldet sich derzeit unter der Kennung „nordwest.freifunk.net“ in der Liste der verfügbaren Netzwerke auf Handy, Smartphone und anderen mobilen Geräten. Die Nutzung ist auch unabhängig davon, ob jemand selbst aktiv einen Freifunkzugang anbietet.

WLan für die ganze Stadt?

Ein kostenloses WLan für Osnabrück steht schon länger auf der Agenda des Rates. Im März 2015 schlugen UWG und Piraten dann in einer Ratssitzung vor, „das bürgerschaftliche Engagement des Freifunk-Projekts zur Bereitstellung von öffentlichen, kostenlosen WLAN-Zugriffspunkten“ zu unterstützen. So konkret wollte die Mehrheit aber nicht werden. Die Verwaltung soll nun zunächst prüfen, „in welchem Rahmen sich die Stadt an der Weiterentwicklung eines privaten, frei zugänglichen WLAN-Netzes in Osnabrück beteiligen kann.“ Und dabei Freifunk und andere Anbieter wie die Firma Ströer/DSM Deutsche Städte Medien, aber auch die Stadtwerke in Kooperation mit der Neuen Osnabrücker Zeitung in die Überlegungen einzubeziehen, um Synergien zu nutzen. UWG und Piraten ließen den Worten auch Taten folgen und spendeten 20 Router an die Freifunk-Initiative. Ein Teil davon kommt jetzt während der Maiwoche zum Einsatz.

Warum machen die Freifunker das überhaupt?

Hinter der Freifunkinitiative stecken zwei Ideen: Zum einen ist der Zugang für alle zum Internet (über kostenloses WLan) den Freifunkern zu wichtig, um ihn ausschließlich Firmen und Providern zu überlassen. Die Alternative dazu ist nun mal ein Bürgernetz. Der andere Aspekt ist die derzeit angesagte Share-Economy. Deren Grundthese: Wenn Marktteilnehmer mehr untereinander teilen, erhöht sich dadurch der Wohlstand für alle. Praktischer ausgedrückt: Wenn jemand seine gerade nicht benötigten Ressourcen anderen zur Verfügung stellt und andere das auch tun, profitieren am Ende alle davon. Das funktioniert bei (Stadtteil)-Autos, beim Wohnraum aber eben auch beim Internetzugang.


Zur Sache: Was ist Freifunk?

Die Freifunk-Initiative will einen flächendeckenden kostenlosen und registrierungsfreien Internet-Zugang per WLan für alle. Das Freifunknetz lebt davon, dass viele Leute einen Teil ihrer Bandbreite der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Und sich dabei nicht in den juristischen Dschungel der Störerhaftung verstricken.

Wer selbst zum Anbieter werden will, braucht einen WLan-Router. Durch Aufspielen eines neuen Betriebssystems werden sie freifunktauglich. Geeignete Geräte gibt es ab rund 15 Euro, die Anleitungen und Software können von den Freifunkseiten heruntergeladen werden. Die Freifunkvereine bieten für kleines Geld auch fertig vorbereitete Router an.

Die Freifunkrouter haben noch zwei Besonderheiten: Sie trennen das öffentliche WLan-Netz sauber vom privaten Netz. Und wo sie dicht genug beieinander stehen, verbinden sie sich per Funk und knüpfen so ein eigenes, von Providern unabhängiges Funknetzwerk (Mesh). (wie)

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