Priestermangel in Osnabrück Bischof Bode überträgt Laien den Beerdigungsdienst

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Achim Klein, Gemeindereferent in der Weststadt von Osnabrück, ist einer der ersten Laien, die den Beerdigungsdienst in der katholischen Kirche übernehmen. Foto: David EbenerAchim Klein, Gemeindereferent in der Weststadt von Osnabrück, ist einer der ersten Laien, die den Beerdigungsdienst in der katholischen Kirche übernehmen. Foto: David Ebener

Osnabrück. Der Priestermangel zwingt die katholische Kirche, neue Wege zu gehen: Erstmals werden in Osnabrück Laien mit dem Beerdigungsdienst beauftragt.

Bischof Franz-Josef Bode wird am Mittwoch acht Frauen und drei Männer in einem Gottesdienst offiziell mit dieser Aufgabe betauen , die bislang Priestern und Diakonen vorbehalten war. Für Osnabrück ist der Bestattungsdienst durch Laien neu, in anderen Teilen des Bistums, etwa in Melle und im südlichen Landkreis Osnabrück, begleiten kirchliche Mitarbeiter bereits seit über einem Jahr Menschen auf ihrem letzten Weg und betreuen Trauernde. „Mit der stärkeren Beanspruchung der Priester und ihrer geringeren Zahl geht auch das Bistum Osnabrück neue Wege“, sagt Bistumssprecher Hermann Haarmann. Die Beauftragten sind in einem Lehrgang auf die Aufgabe vorbereitet worden.

Beauftragt werden ausschließlich hauptamtliche Mitarbeiter der katholischen Kirche. Zu ihnen gehört Achim Klein, Gemeindereferent des Pfarrverbundes von St. Elisabeth, St. Wiho und St. Josef in Hasbergen.Er habe sehr genau in sich hineingehorcht, „ob ich das eigentlich will“, sagt der 44-jährige Familienvater. Die Entscheidung sei ein klares Ja gewesen, weil er es auch als seine Aufgabe betrachte, Menschen in einer so schwierigen Lage sehr nahe zu sein und, soweit es ihm möglich ist, die seelsorglichen Bedürfnisse zu erfüllen. Außerdem: „Ich komme aus einer Bestatterfamilie. Ich bin damit groß geworden, dass das Sterben zum Leben gehört.“ Als Kind habe er ständig erlebt, dass die Eltern auf Abruf bereitstanden, um Hinterbliebene aufzufangen und ihnen bei der Regelung der letzten Dinge zu helfen. Klein will mehr sein als ein profaner Trauerredner, er will in der Bestattungszeremonie „die christliche Botschaft und die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod“ vermitteln.

Die Priester bleiben zunächst die Ansprechpartner für Angehörige und Bestatter bleiben. Intern werde dann der Dienst verteilt, sagt Klein, der zusammen mit seiner Kollegin Jutta von Heine für den Beerdigungsdienst in der Pfarreiengemeinschaft zur Verfügung steht. „Wir werden schrittweise in den Dienst hineinwachsen.“

Der Gottesdienst mit Bischof Franz-Josef Bode findet am Mittwoch, 29. April, um 19.30 Uhr in der Kolumbariumskirche (Voxtruper Straße 83) in Osnabrück statt.


Die Beauftragten für den Bestattungsdienst in Osnabrück: Achim Klein und Jutta von Heine (Gemeindereferenten in der Pfarreiengemeinschaft St. Elisabeth, St. Wiho und St. Josef, Hasbergen), Gisela Eiken-Fabian (Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft St. Joseph, Heilige Familie und St. Ansgar), Ulrike Meyer (Gemeindereferentin in der Pfarrei Heilig Kreuz), Sibylle Hartong und Andrea Stuckenberg-Egbers (Gemeindereferentinnen in der Pfarrei St. Johann), Monika Schmidt (Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft Liebfrauen und St. Matthias), Stefan Bange (Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft St. Antonius und Maria Hilfe der Christen), Gisela Schmiegelt und Christine Hölscher (Gemeindereferentinnen in der Pfarrei Christus König) und Michael Randelhoff (Krankenhausseelsorger in der Paracelsus-Klinik und im Städtischen Klinikum).

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