Bonjour, Conchita und Ichu! Mähnenwölfe aus Frankreich neu im Zoo Osnabrück

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Osnabrück. Sie ähneln dem Fuchs, doch sie nennen sich Wolf. Und ihre langen Beine sind weitaus auffälliger als die Frisur: Seit Ostern leben zwei Mähnenwölfe im Zoo Osnabrück. Das Paar kam aus Frankreich an den Schölerberg.

Conchita und Ichu heißen die beiden Tiere, die jetzt neu ins Südamerika-Areal eingezogen sind. Zu finden sind sie in der ehemaligen Waldhund-Anlage neben den Nasenbären.

Das Weibchen, zu erkennen an der etwas schmaleren und dunkleren Gestalt, ist bereits 14 Jahre alt. Es werde hier seinen Alterswohnsitz haben, teilt der Zoo Osnabrück mit. (Weiterlesen: Trampeltierbaby im Osnabrücker Zoo geboren)

Zudem plagen die Mähnenwölfin erste Zipperlein. „Conchita hört nicht mehr so gut und erschrickt leicht“, erklärt Zoobiologe Tobias Klumpe. An was es dem betagten Tier jedoch nicht mangelt, ist Autorität. Am Futtertrog etwa, in dem vorzugsweise Kleinsäuger und süßes Obst landen, setzt Conchita sich gegenüber dem erst siebenjährigen Ichu durch. Tierpfleger Daniel Chirico: „Hier hat Conchita das Sagen. Sie frisst immer als Erste.“ (Weiterlesen: Giraffenbaby Dayos erster Auftritt im Zoo Osnabrück)

In Südamerika heimisch

Der Transfer der beiden Mähnenwölfe aus dem Zoo Amiens nördlich von Paris nach Osnabrück soll der arterhaltenden Aufzucht dienen. Die hundeartigen Raubtiere gelten durch Lebensraumzerstörung, Verkehrsunfälle und Hundeattacken als gering bedroht. Laut Zoo Osnabrück gibt es schätzungsweise 13.000 Mähnenwölfe in der freien Natur. Verbreitet sind sie in der südamerikanischen Savanne. Dortige Graslandschaften können sie dank ihrer langen Beine hervorragend überblicken. Ihren Namen tragen Mähnenwölfe übrigens nur teils zu Recht: Eine Art Mähne haben sie tatsächlich, allerdings sind sie nur sehr entfernt mit dem Wolf verwandt.


Mähnenwölfe leben ursprünglich in Graslandschaften Südamerikas (Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay, Peru). Die aktuelle Verbreitung weicht von der historischen Verbreitung des Mähnenwolfs massiv ab. Im Süden des Kontinents, also in Argentinien und Uruguay, hat der Mähnenwolf höchstwahrscheinlich als Folge von intensiver Bejagung und Lebensraumzerstörung durch die Landwirtschaft massiv Areal eingebüßt. Andererseits konnte er sich als Bewohner offener Landschaften im Osten Brasiliens ausdehnen, weil dort der Atlantische Regenwald zum größten Teil gerodet wurde.

Mähnenwölfe werden bis zu 90 Zentimeter hoch, 1,25 Meter lang und zwischen 20 und 30 Kilogramm schwer. Anders als die übrigen großen Hundearten leben Mähnenwölfe nicht im Rudel, sondern paarweise. Nach einer Tragzeit von durchschnittlich 65 Tagen werden zwischen einem und sieben, meist zwei bis fünf, Welpen geboren. Die Jungtiere sind bei der Geburt 340 bis 430 Gramm schwer und blind. Sie öffnen die Augen am neunten Lebenstag und entwickeln ein dunkelgraues oder schwarzgraues Jugendkleid. Die auffallende Langbeinigkeit der Tiere entwickelt sich erst allmählich. Der Rüde beteiligt sich in der Regel aktiv an der Jungenaufzucht. Trotz ihrer Größe schlagen Mähnenwölfe keine großen Beutetiere, sondern leben von Kleintieren und Pflanzen. Im Zoo erhalten sie Meerschweinchen, Ratten, Mäuse, Eintagsküken, Tauben, Eier, frisches Obst und Zusatzfutter auf Getreidebasis mit Vitaminen und Mineralstoffen. In der Natur werden sie etwa 12 bis 15 Jahre alt, im Zoo bis zu 17 Jahre. Mähnenwölfe gehören zur Familie der Hundeartigen und zur Ordnung der Raubtiere.

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