Für Museum Industriekultur Spende statt Geschenke: Ex-Bankchef Hillebrandt sammelt 14600 Euro

Mit einem Puzzle erkunden Pia, Linnart und Lena den Untergrund des Piesbergs. Unterstützt werden sie von Barbara Kahlert und Franz-Josef Hillebrandt. Foto: Egmont SeilerMit einem Puzzle erkunden Pia, Linnart und Lena den Untergrund des Piesbergs. Unterstützt werden sie von Barbara Kahlert und Franz-Josef Hillebrandt. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Es ist ein Geldsegen für das Museum Industriekultur: 14600 Euro hat Franz-Josef Hillebrandt dem Museum am Piesberg jetzt überreicht. Bei der Feier zu seinem 70. Geburtstag hat der ehemalige Sparkassen-Vorstand und Aufsichtsratsvorsitzende des Museums auf Geschenke verzichtet und stattdessen seine Gäste um Spenden gebeten. Der Betrag wird in den Ausbau der neuen Dauerausstellung fließen.

„Kinderspur“ heißt das neue Konzept der Dauerausstellung im Museum Industriekultur . Denn alle Exponate, Medienstationen und die Ausstellungsarchitektur sind auf junge Besucher und ihre Neugier abgestimmt. „Das ist derzeit unser Hauptprojekt“, sagt Museumsdirektor Rolf Spilker, der betont, wie sehr er sich über die Spende freut. In drei Abschnitten wird die neue Ausstellung gebaut, die ersten beiden Teile sind bereits fertig, die dritte soll bis Anfang 2016 folgen.

In raumhohen Regalen präsentiert das Museum seinen Besuchern den Piesberg in thematischen Einheiten. Denn der Berg hat viele Facetten: Kohleabbaugebiet, Steinbruch, Mülldeponie, Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet, Windpark, Ziel von Fossiliensammlern, Lebensraum von Tieren und Pflanzen. Und das sind nur einige Themen, die Barbara Kahlert in der Ausstellung unterbringt. „Die ersten beiden Teile werden bereits jetzt stark frequentiert“, sagt die Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums.

„Hier geht Qualität vor Eile“, betont Rolf Spilker. Vieles baue das Museum zudem im eigenen Haus, auch um Geld zu sparen. Wie das überdimensionale Puzzle, mit dem Pia, Linnart und Lena die Schichten unter der Erdoberfläche des Piesbergs erkunden. Wenn es fertig zusammengefügt ist, zeigt es die einzelnen Schichten zur Karbonzeit. Die ist 300 Millionen Jahre her. Wie die Erde damals ausgesehen hat, zeigt ein Globus, der aus dem Regal in den Raum hineinragt, wie ein überdimensionaler Schwangerschaftsbauch. Über seine lichtdurchflutete Oberfläche wandern die Kontinente, bis sie sich zur heutigen Konstellation formen. Durch einen Pfeil immer zu sehen ist der Standort des Piesbergs und wie er in Jahrmillionen mit über die Erdoberfläche gewandert ist.

Besucher gewinnen

Hillebrandt , Schatzmeister des Fördervereins für das Museum Industriekultur, freut sich über die neue Ausstellung. „Ein Museum zu bauen ist keine Kunst. Dauerbesucher zu gewinnen, das ist eine Kunst“, sagt er. Mit seiner Spende möchte er dazu beitragen, dass dem Museum Industriekultur das gelingt.


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