Aus fünf Richtungen Sternfahrt: Losgeradelt und in Hilter angekommen



Osnabrück/Hilter. Mehr als 100 Radfahrer haben sich am Sonntag an der Sternfahrt nach Hilter beteiligt. Die fünf Routen dienten laut Tourismusverband Osnabrücker Land (TOL) als Auftakt in die neue Radfahrsaison. Zugleich wurden damit auch das runderneuerte Radwegeleitsystem und die prämierte Grenzgängerroute Teuto-Ems erprobt.

Die meisten Höhenmeter gab es auf der sogenannten Tour Osnabrück-West zu bewältigen. Sie begann an der Geschäftsstelle des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in der Osnabrücker Altstadt. Von dort machten sich um halb elf am Vormittag 25 Pedaleure auf den Weg.

Er führte zunächst auf der historischen Friedensreiterroute aus der Stadt. Über den Eselspatt in Hellern war schnell Hasbergen erreicht. Dort begann der erste von zwei sehr kurzen Regenschauern. Kurz danach klarte es wieder auf und es folgte eine landschaftlich reizvolle Strecke am Fuß des Hüggel entlang.

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Doch die Idylle hatte auch ihre Tücken. Kurz vor der Gedenkstätte Augustaschacht bohrten sich spitze Steine in gleich zwei Reifenmäntel und -schläuche. „Ich habe sogar gehört, wie bei meinem Mann die Luft aus dem Reifen entwich“, erzählte Petra Hämmerling beim Reparaturstopp.

Aushelfen konnten Tourguide Ansgar Hagemann und ein weiterer Mitfahrer. Innerhalb von 15 Minuten waren beide Räder wieder fahrbereit. „Für mich war das eine Lehre. Auf der nächsten Radtour habe ich einen Ersatzschlauch, Flickzeug und eine Luftpumpe dabei“, sagte Lutz Hämmerling.

Die Flotte der Fahrräder glich einem Stück Radgeschichte: vom minimum 30 Jahre alten Stahlross mit Torpedo-Dreigangschaltung über ein aufgepepptes Original-Mountainbike ohne Federgabel bis hin zu gut ausgestatteten Trekkingrädern und E-Bikes.

Mehr oder minder schnell schindeten sich damit alle Teilnehmer den steilsten Anstieg auf den 193 Meter hohen Urberg zwischen Hagen und Bad Iburg hoch. Vom Kurort ging es erstmals mit Rückenwind über bestens präparierte Radwege nach Hilter. Mit dem Schlag 14 der Kirchturmuhr kamen die Radler dort nach 34 Kilometern, 313 Höhenmetern und 2,5 Stunden reiner Fahrtzeit an. Die Sternfahrergruppen , die von Osnabrück-Ost, Schledehausen, Bad Rothefelde und Kattenvenne aus gestartet waren, hatten den Rathauspark in Hilter schon etwas früher erreicht.

Neben der Happy Jazz Society im Rahmenprogramm und Ständen zu Freizeit- sowie Radtouristik eröffnete Susanne Breiwe als stellvertretende Landrätin die Radfahrsaison. Sie dankte der Gemeinde Hilter und dem TOL für deren großes Engagement, den Erlebnistag vorbereitet zu haben. Breiwe berichtete, dass zwei der Touren der Grenzgängerroute Teuto-Ems gefolgt seien. „Sie wurde im März in Berlin vom ADFC mit vier Sternen als Qualitätsradweg ausgezeichnet.“ Damit bescheinige der Radfahrverband der Grenzgängerroute eine hohe Wegequalität, eine einheitliche Beschilderung, landschaftliche Vielfalt und einen hohen Erlebniswert.

Breiwe kündigte an, dass der Landkreis sowie die Städte und Gemeinden auch künftig im Radtourismus punkten wollen. Deshalb werde noch in diesem Jahr eine Radverkehrsanalyse durchgeführt. Dazu richte man auf dem rund 2700 Kilometer langen Radnetz Zählstellen ein und führe Befragungen durch.

Verschiedene Radtouren der Region in unserer Serie hier zum Nachlesen.


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