,,Schweigeminuten retten keine Menschenleben‘‘ 350 Menschen demonstrieren in Osnabrück gegen EU-Flüchtlingspolitik


Osnabrück. Am Samstagnachmittag haben der Polizei zufolge rund 350 Demonstranten friedlich in Osnabrück gegen die gegenwärtige EU-Flüchtlingspolitik demonstriert. Gegenstand der Proteste ist die aktuelle Zahl verunglückter Asylsuchender auf dem Mittelmeer, so die Organisation zur Flüchtlingsunterstützung No Lager.

Der Demonstrationszug startete am Bahnhof und bahnte sich anschließend seinen Weg durch die Innenstadt. Die Proteste der Aktivisten richten sich vor allem gegen die Bundesregierung und die Europäische Union. Ihnen werfen sie vor nicht zu getroffenen Entscheidungen zu stehen und sich in Ausreden zu verlieren. So werden, laut No Lager, Gelder in die europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen – Frontex – investiert, um das Migrieren für Flüchtlinge in die Eurozone zu erschweren.

Im Gegenzug dazu stehe, dass das Seenotrettungsprogramm Mare Nostrum aus finanziellen Gründen nicht weitergeführt wird. Die Stimmung unter den Protestierenden war bestimmt, dennoch sprachen sie alle eine ernste Sprache. Es dürfe keine weiteren Verschärfungen des Asylrechts in Deutschland geben, welches ein schnelleres Abschieben rechtfertigen würde. Auf einem Flyer der Organisation, der während des Zuges verteilt wurde, heißt es, dass unser ,,unfassbar wohlhabender Kontinent, dessen Reichtum nicht zuletzt auf der seit Jahrhunderten andauernden Ausbeutung des globalen Südens basiert‘‘, immer mehr zur Festung gegen die Schutzbedürftigsten wird.

„Die EU fördert das Sterben durch ihre Politik, durch mangelnde Rettungsmaßnahmen und massiven Grenzschutz, wobei die deutsche Regierung federführend ist. Wir müssen Flüchtlingen aller Art die Möglichkeit geben, nach Deutschland und in die EU zu kommen. Es ist skandalös, wie gerade um jeden einzelnen Flüchtling geschachert wird“, so ein Aktivist. Neben deutschen Rednern kamen auch migrierte Flüchtlinge zu Wort, um ihrer Stimme für humanitäre Solidarität Ausdruck zu verleihen.


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