Mit Trommeln und Besenstielen Flashmob für Flüchtlinge vor der Mensa Osnabrück


Osnabrück. Mittwochmittag, Mensa am Westerberg: Studenten schwärmen aus dem Mensagebäude aus, der nächsten Vorlesung entgegen. Oder direkt auf die Partymeile des Terrassenfestes. Im Schatten des Mensagebäudes sammelt sich derweil eine Schar mit Besenstielen, Trommeln, Transparenten und Flugblättern. Geplant ist ein Flashmob gegen die geplante Asylrechtsverschärfung.

Flash-Mob? Das ist – laut Duden – eine „kurze, überraschende öffentliche Aktion einer größeren Menschenmenge, die sich anonym, per moderner Telekommunikation dazu verabredet hat.“ „Flash“ bedeutet Blitz und „Mob“ steht im englischen für eine (aufgewiegelte)Volksmenge.

Die Sache mit dem Verabreden hat schon mal geklappt: Anna-Maria Besold gibt letzte Hinweise, erklärt, wie die Aktion ablaufen soll: Erst tanzen, dann sollen die Tänzer mit den Stöcken umzingeln und in die Enge getrieben werden. Die Botschaft: So ist es, wenn man statt empfangen inhaftiert wird, so fühlen sich Flüchtlinge, die das bald erwarten könnte. Und genau deshalb müsse die Asylrechtsverschärfung gestoppt werden.

Dann, als die Musik auf dem Terrassenfest kurz pausiert, geht es los. Die rund 50 Flashmob-Teilnehmer entern das Terrassenfest-Gelände. Und weil ohnehin nur der gehört wird, der sich Gehör verschafft, sorgen die „Rhythms of Resistance“ mit ihren Trommeln und Trillerpfeifen für die nötige akustische Durchschlagskraft. Während viele Zuschauer noch zwischen Interesse und Irritation schwanken, wirken die Mitglieder des Terrassenfest-Organisationsteams verschnupft. So wirklich gern lässt man sich eben nicht die frühnachmittäglichen Party stören. Auch nicht für Flüchtlinge.

Die Flashmob-Teilnehmer nutzen die Irritation und das geweckte Interesse der Leute, verteilen die mitgebrachten Handzettel, dann ziehen sie laut trommelnd ab. Nach kaum zehn Minuten ist auch dieser Flashmob Geschichte.

Während das Terrassen-Team immer noch verhärmt wirkt, grinst Maria Neunteufel von der Arbeitsgruppe „Öffentlichkeit und Kultur“ des Vereins Exil, die die Aktion mit organisiert hat. Sie ist mit der Resonanz zufrieden.

Am Samstag geht es dann weiter: Um 14 Uhr laden verschiedene Organisationen und Vereine zu einer Demo am Osnabrücker Hauptbahnhof gegen die Abschottungspolitik der EU ein.


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