Frau mit Message „Pussy Terror“ von Carolin Kebekus in der Osnabrückhalle

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Osnabrück. „Pussy Terror in Osnabrooklyn“: Carolin Kebekus zeigte dem Publikum in der ausverkauften Osnabrückhalle, dass es keine Männerdomäne ist, Dinge auszusprechen, die man eigentlich nicht aussprechen darf. Der „Mensch mit Menstruationshintergrund“ zog verbal blank.

So weit ist es mit der Emanzipation gekommen. Da steht eine hübsche junge Frau im Scheinwerferlicht und spricht über Masturbation. Warum nicht? Männliche Komödianten belustigen ihr Publikum seit Generationen unterhalb der Gürtellinie. Warum sollte Frau Kebekus jetzt nicht monieren, dass es weit poetischere Ausdrücke für die Tätigkeit der Selbstbefriedigung beim Mann gibt?

Aber die Kebekus ist nicht nur die Frau fürs Derbe, die Kölnerin hat eine Message. Ohne Hemmungen nimmt sie gesellschaftliche Entwicklungen aufs Korn, die sie einfach nur „krank“ findet. Zum Beispiel die Tendenz, die Natur bekämpfen und Gott spielen zu wollen, indem man seinen Körper per Botox-Injektion oder Operation schöner und niedlicher machen will. Unverblümt spricht sie über Schuldgefühle, die ihr durch religiöse Erziehung eingeimpft wurden: „Warum durfte ich keine Horrorfilme gucken, während man mir erzählte, wie Jesus blutrünstig ans Kreuz genagelt wurde?“

Die Musik von Helene Fischer nennt sie „Friseusen-Disco-Bumms“, Schmink-Blogs entlarvt sie als Werbe-Kommerz für Heranwachsende und das Wort „After Baby Body“ bezeichnet sie als „Unwort des Jahrtausends“. All das bringt sie so überzeugend, als sei ihr das Plappern und Schwadronieren in die Wiege gelegt worden. Mimik und Körpersprache passen sich perfekt an. So wird ihr Pussy Terror zu einer One-Woman-Show, die die Zwerchfelle zum Beben bringt. Aber eigentlich legt sie ihre Finger in manch eine Wunde…


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