An der Katharinenkirche Osnabrücker Brunnen mit Steckenpferdreiter ist zurück

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Osnabrück. Ganz ohne Kran, nur mit reiner Muskelkraft wurde der Steckenpferdreiterbrunnen am Montag zurück ins Stadtbild befördert. Das Wasserspiel wurde an seinem neuen Platz östlich der Katharinenkirche aufgestellt.

Ganze acht Männer müssen kräftig zupacken, um die große Bronzeschale auf den bereits installierten unteren Sockel zu hieven. „Das sind bestimmt 50 bis 60 Kilo pro Person“, schätzt Heiko Winkelmann von den Technischen Betrieben der Stadt Osnabrück. Während des Umbaus der Osnabrück-Halle ist der Brunnen von seinem dortigen Standort entfernt worden – jetzt haben ihn die Osnabrücker wieder.

Einen Kran können die Männer für den frisch restaurierten Brunnen nicht verwenden, da sich an der runden Schüssel kein Seil vernünftig befestigen lässt. Lediglich für den Transport wurde der Wasserfang mit einem Gurt gesichert, was bereits zu leichten Verbiegungen des Metalls führte, erzählt Winkelmann. Deshalb müssen jetzt Muskeln sprechen.

In drei Teilen ist der Brunnen, der bereits 1978 vom Osnabrücker Bildhauer Gerd Ruwe gefertigt wurde, angeliefert worden. Die Schale wird zunächst aufgebockt, damit die Arbeiter die Wasseranschlüsse erreichen können. Anschließend folgt der obere Sockel, er enthält die Öffnungen, aus denen später das Wasser fließen soll. Beide Teile werden eng miteinander verschraubt, bevor der hakelige Teil folgt: Mit schweren Zangen und einer Menge Feingefühl werden die Anschlüsse an der Unterseite des Bronzegebildes befestigt. Es folgt ein Testlauf: Es fließt! Allerdings kommt das Wasser nicht nur aus den vorgesehenen Löchern. „Unten läuft es raus“, ruft einer der Arbeiter.

„Ach, da sind ja noch keine Schrauben drin“, gibt er selber Entwarnung. Die Schale ist nämlich noch nicht mit dem unteren Sockel verschraubt. Nach erneuter Ausrichtung und filigraner Feinarbeit passen aber auch hier die Löcher bald übereinander, und dieser Arbeitsschritt ist ebenfalls erledigt.

Ein letztes Mal in die Hände gespuckt und den namengebenden Steckenpferdreiter auf den Sockel gewuchtet. Hier steht er nun, neben der Katharinenkirche, den Blick gen Osten gewandt. Um ihn herum laden Steinsockel mit kleinen Holzbänken zum Sitzen und Rasten ein. Die Bänke stehen übrigens absichtlich sehr nahe am Brunnen, nämlich als „Gegenfahrschutz“, insbesondere gegen die schweren Lkws vom Wochenmarkt – „Metallgestänge reichen da einfach nicht aus“, sagt Winkelmann.

Der Brunnen steht, die Technik funktioniert. Die Tage wird es eine offizielle Einweihung mit Offiziellen und Sponsoren geben. Doch an diesem Tag genießen erst einmal die starken Männer von der Stadt den Anblick.


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