Abstimmung im Senat Kallenrode bleibt Vizepräsidentin der Uni Osnabrück

Von Sebastian Stricker

May-Britt Kallenrode soll weitere drei Jahre lang Vizepräsidentin der Universität Osnabrück bleiben. Dafür hat sich der Senat am Mittwoch ausgesprochen. Unser Bild zeigt sie als Referentin beim Wissensforum im November 2013. Foto: Hermann PentermannMay-Britt Kallenrode soll weitere drei Jahre lang Vizepräsidentin der Universität Osnabrück bleiben. Dafür hat sich der Senat am Mittwoch ausgesprochen. Unser Bild zeigt sie als Referentin beim Wissensforum im November 2013. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. May-Britt Kallenrode soll weitere drei Jahre lang Vizepräsidentin der Universität Osnabrück bleiben. Dafür hat sich der Senat am Mittwoch ausgesprochen. Die Physikprofessorin ist seit 2009 im Amt und für Forschung und Nachwuchsförderung zuständig. Vor einem Jahr stand sie wegen eines verheimlichten Militärprojekts in der Kritik.

Nach Informationen unserer Redaktion fiel die Abstimmung im Senat deutlich zugunsten Kallenrodes aus. Das 20-köpfige Leitungsgremium besteht aus Hochschullehrern, Mitarbeitern und Studenten. Den Vorsitz hat Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang Lücke; in dieser Funktion schlug er dem Senat die 53-Jährige für eine dritte Amtszeit vor. Nun muss der Hochschulrat auf seiner Sitzung am 27. Mai zu der Entscheidung Stellung nehmen. Die erneute Bestellung als nebenberufliche Vizepräsidentin erfolgt schließlich durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Am Profil feilen

In einer ersten Stellungnahme erklärte May-Britt Kallenrode, sie sehe das Votum des Senats als „Anerkennung für das Geleistete und als Zutrauen, dass ich auch in Zukunft zur Entwicklung der Universität beitragen kann“. Die strategische Ausrichtung auf die Zeit nach 2020 werde einen Schwerpunkt ihrer Arbeit als Vizepräsidentin bilden. Zugleich kündigte sie an, das Forschungsprofil der Universität Osnabrück schärfen zu wollen.

Prof. Kallenrode, 1962 in Lübeck geboren, studierte nach ihrem Abitur Physik und Meteorologie an der Christian-Albrechts Universität Kiel. Nach ihrem Diplom war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich der außerirdischen Physik. In diese Zeit fällt auch ihre Promotion (1989) über die Teilchenbeschleunigung bei Sonneneruptionen. 1992 forschte sie am Space Science Laboratory der Universität Berkeley (Kalifornien) und schloss 1994 ihre Habilitation über „Energiereiche Teilchen und Stoßwellen in der inneren Heliosphäre“ ab. Anschließend war sie in Kiel Oberassistentin, bevor sie 1996 einen Ruf als Professorin für Umweltphysik an die Universität Lüneburg erhielt.

Senat nicht informiert

Seit 2000 lehrt und forscht Kallenrode an der Universität Osnabrück mit den Schwerpunkten Weltraumwetter und Extremereignisse. Im Februar 2014 geriet sie in die Schlagzeilen, weil sie als zuständige Vizepräsidentin im Senat ein vom US-Militär mit einer Million Dollar gefördertes Forschungsprojekt verschwiegen hat. Dabei geht es um die bessere Verschmelzung von Mensch und Maschine auf dem Schlachtfeld. Studenten warfen Kallenrode damals Täuschung vor. Die Professorin selbst sprach von einem „Missverständnis“ und erklärte, ähnliche Situationen künftig offener handhaben zu wollen.


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