Regenwürmer mögen nasses Kaffeepulver Worauf Gartenbesitzer beim Kompostieren achten sollten

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Ein Komposthaufen im Garten ist praktisch, erfordert aber auch die richtige Behandlung. Als Einfriedung eignen sich zum Beispiel einfache Holzpaletten, die mit Pflanzen begrünt werden können. Foto: Carolin HlawatschEin Komposthaufen im Garten ist praktisch, erfordert aber auch die richtige Behandlung. Als Einfriedung eignen sich zum Beispiel einfache Holzpaletten, die mit Pflanzen begrünt werden können. Foto: Carolin Hlawatsch

Osnabrück. Mit einem Komposthaufen im eigenen Garten schlägt man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Zum einen wird die Entsorgung von organischem Material wie Garten- oder Küchenabfällen erleichtert, zum anderen entsteht nährstoffreiche Erde, mit der sich Beete, Gartenkübel oder Rasenflächen gut bewirtschaften lassen. Außerdem leistet man einen Beitrag zum Umweltschutz und fördert den Lebensraum von nützlichen Kleinstlebewesen im Garten.

Damit das Kompostieren auch funktioniert, sind einige Regeln zu beachten. Eine große Rolle spielt der Standort des Komposthaufens. „Optimal ist ein halbschattiger Ort mit nicht zu viel Nässe“, weiß Dirk Klinger, Bereichsleiter des Abfallwirschaftszentrums Piesberg. Der Kompost sollte auf offener Erde angelegt werden, damit überschüssige Feuchtigkeit abfließen und Bodenlebewesen ein- und auswandern können. Stein und Beton eignen sich also nicht als Untergrund.

Bei der Standortwahl sollte nach Möglichkeit auch praktisch gedacht werden. Ist der Komposthaufen im Garten schnell erreichbar? Kann er auch mit der Schubkarre angefahren werden? Auch ein gesunder Abstand zur Terrasse der Nachbarn ist sicherlich vorteilhaft …

Für die Umfriedung des Komposthaufens eignen sich Holzlatten und ein wenig Begrünung rundherum. So fügt sich der Kompost unauffällig ins Gartengeschehen ein. Nutzt man Kompostbehälter, sind seitliche Luftschlitze wichtig.

„Bei der Befüllung ist dann die richtige Schichtung das A und O“, erklärt Dirk Klinger. Als Basis eigne sich laut dem Experten grobes, holziges Material wie Äste oder Strauchschnitt. Dadurch könne die Luft auch unten zirkulieren. Darauf gibt man dann angetrocknetes Kompostmaterial, das nicht zu sehr gepresst werden sollte. „Immer darauf achten, dass keine Monochargen entstehen“, rät Dirk Klinger. Abwechslung und Luftzirkulation sei beim Kompost gefragt. Bildet also der Rasen, den man nach dem Mähen auf den Haufen geworfen hat, eine zehn Zentimeter dicke Schicht, ist dann erst mal wieder eine Lage mit Ästen an der Reihe. Laub und Gras solle zwei bis drei Tage trocknen, bevor es auf den Komposthaufen kommt. „Laub kann man auch mit dem Rasenmäher mit Auffangkorb vorher gut zerkleinern“, gibt Dirk Klinger einen Tipp.

Nicht auf den Kompost gehören gekochte Essensreste, denn die ziehen Ratten an. Auch Zigaretten und Katzenstreu haben auf dem Kompost nichts zu suchen. Zitrusfrüchte könne man dort entsorgen, sagt Klinger, allerdings hätten sie eine längere Rottezeit als Apfel- oder Möhrenschalen.

Kompostierbare Plastiktüten nicht empfehlenswert

Von kompostierbaren Plastiktüten raten die Mitarbeiter des Osnabrücker Servicebetriebs ab. Diese Tüten brauchten sehr lange, bis sie zersetzt sind. Papiertüten oder Zeitungspapier seien die bessere Alternative. „Kaffeefilter sind okay. Die Regenwürmer mögen den Kaffee“, erklärt Dirk Klinger. Pflanzen mit Krankheiten wiederum täten dem Kompost nicht gut, denn um die Keime zu töten, ist eine hohe Temperatur nötig.

40 bis 60 Grad Wärme sollten laut dem Spezialisten in einem Komposthaufen herrschen. Aber wieso wird der Kompost überhaupt warm? „Mikroorganismen, die im Boden leben, ernähren sich vom Inhalt des Komposts, vermehren sich und zersetzen das Material“, erklärt Dirk Klinger. Dabei steige die Temperatur. Wenn sie später wieder abfalle, wanderten andere Lebewesen wie Regenwürmer, Spinnen oder Asseln in den Haufen ein. Auch sie fräßen und schieden aus. Dadurch entstehe die Komposterde.

Mikroorganismen regen den Boden an

Diese Erde enthält Millionen von Kleinstlebewesen. Mit der Beimischung von Kompost in Beete oder dünn auf den Rasen aufgetragen, wird dem Boden eine Vielzahl nützlicher Mikroorganismen zugeführt, die das Leben dort anregen. Die Struktur der Erde wird dabei verbessert, sodass die Nährstoffe besser gespeichert werden können. Sandige Böden können mit Kompostbeigabe Wasser besser aufnehmen, lehmige Böden werden lockerer und luftdurchlässiger. Pur sollte Komposterde nicht für Beete und Kübel genutzt werden, denn durch das Übermaß an Nährstoffen könnten die Pflanzen kaputtgehen.

Bilde sich fauliger Geruch am Komposthaufen, sei das laut den Experten ein Indiz dafür, dass er zu nass ist. Da helfe nur das Umsetzen an einen anderen Standort und luftiges Strukturmaterial. Beißender Ammoniak-Geruch entstehe, wenn der Nährstoffgehalt zu hoch ist. Das Beimischen von Sägespänen oder Rinde könne eine Hilfe sein. Je öfter man einen Komposthaufen umsetze, desto besser sei es. „Für guten Frischkompost, der sich zum Einarbeiten oder als Belag unter Sträuchern eignet, sollte man ihn zwei- bis dreimal innerhalb von vier Monaten umsetzen. Für optisch schöneren Fertigkompost, den man in den Beeten einsetzen kann, zwei- bis dreimal in sechs bis neun Monaten“, rät Dirk Klinger.

Für alle, die keinen Garten mit Komposthaufen haben, bietet der Osnabrücker Servicebetrieb übrigens auch fertigen Kompost zur Selbstabholung im Abfallwirtschaftszentrum Piesberg am Fürstenauer Weg 152 an. Dieser Kompost wird aus den Grünabfällen der städtischen Gartenabfallplätze und Recyclingplätze gewonnen.


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