Musiker-Selbstgespräche Dozentenkonzert an der Hochschule

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Das Dozentenkonzert am Institut für Musik der Spring Academy Woodwinds 2015 mit Vera-Isabel Volz, Oboe, und Bernhard Wesenick, Fagott. Foto: Hermann PentermannDas Dozentenkonzert am Institut für Musik der Spring Academy Woodwinds 2015 mit Vera-Isabel Volz, Oboe, und Bernhard Wesenick, Fagott. Foto: Hermann Pentermann

lboe Osnabrück. Die Hochschuldozenten eines Seminars für Holzbläser spielten im Osnabrücker Institut für Musik Werke aus drei Jahrhunderten.

Ein lauter Knall erschreckt die Zuhörer. Schrille, geräuschhafte und zuweilen sehr perkussive Töne entlockt Sebastian Pottmeier dem Bariton-Saxofon. Passagenweise klingt seine Eigenkomposition „... janussunaj ...“ nach einer leicht übersteuerten Tonaufnahme und steigert sich bis hin zu unangenehmen Geräuschen, die so ähnlich klingen, als ob jemand mit einer Kreissäge Steinplatten durchsägt. Tiefe Töne, gepaart mit undefinierbaren Klängen, erinnern an Untertagebau. Mit diesem Stück bekam das Programm des Dozentenkonzertes am vergangenen Donnerstag einen reizvollen Einfluss aus dem 21. Jahrhundert.

Die Hochschuldozenten eines Seminars für Holzbläser spielen im Rest des Programmes, bei kaltem Neonlicht, Kompositionen der letzten drei Jahrhunderte, beginnend mit Werken der Klassik von Johann Gottlieb Naumann und Caspar Kummer. Fagottist Bernhard Wesenick , der auch durch das Programm führt, tanzt während des Duetts für Oboe und Fagott von Naumann leicht hin und her.

Der Klang der beiden Instrumente ist zurückhaltend, leicht gepresst, sodass der Eindruck erweckt werden könnte, die Musiker seien eingesperrt. Im folgenden Duett von Caspar Kummer wirkt es, als ob Querflöte und Klarinette für sich alleine spielen, anstatt Teil eines Ganzen zu werden.

Mit drei Komponisten des zwanzigsten Jahrhunderts endet das Programm: Wie ein kleiner Spaziergang wirkt die melodiöse Sonate 166 von Camille Saint-Saëns für Oboe und Klavier. In der Suite Antique für Querflöte und Klavier von John Rutter, zeitgenössischer Komponist der Postmoderne, klebt die Querflötistin stark an ihren Noten. Erst in der Aria, dem zweiten Teil, kommt ein wenig Gefühl und Ausdruck an. Nach diesen Duetten und einem Solostück schließen die Musiker mit Cinq Pieces en Trio vom französischen Komponisten Jacques Ibert für Oboe, Klarinette und Fagott.

Alle Dozenten spielen ihre Instrumente weitestgehend sehr gut, jedoch kommen wenig Emotionen bei den Zuhörern an. Die Musiker schaffen es die meiste Zeit nicht, den Saal auszufüllen. Die Musik ist zwar gut zu hören, aber trotzdem wirkt es, als spielten die Musiker im Grunde nur für sich auf der Bühne – wie bei einer Probe.


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