Radtouren in der Region (2) Auf der Suche nach den Osnabrücker Hinkelsteinen

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Osnabrück. Gallien, die Heimat von Asterix und Obelix, liegt auch im Osnabrücker Land. Fast 6000 Jahre alte Megalithen säumen den Weg der Radwander-Tour, die der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Osnabrück mit dem Untertitel versehen hat: „Asterix, Obelix und Co. – Den Hinkelsteinen auf der Spur.“

Mit dieser leicht sportlichen Tour können Radwanderer auch den Nachwuchs begeistern. Die 43,3 Kilometer führen über befestigte Wege und Nebenstraßen genauso wie durch Felder oder direkt in den Wald hinein. Einige der Stein-Ansammlungen, die ihr den Namen gegeben haben, verstecken sich zwischen den Bäumen auf einer Anhöhe, die man erst einmal hochradeln – oder schieben – muss. Zu erleben gibt’s also genug.

Über den Westerberg zum Rubbenbruchsee

Recht unspektakulär sind noch die ersten Steine, das „Tor zum Westerberg“. In gerader Reihe stehen sie im Park des Westerbergs – perfekte Hinkelsteine eben. Einmal durch den Park, dann kommt man auch schon an den Rubbenbruchsee. Keine Wildschweine a la Obelix, sondern einfach ein paar Fische wollen die drei Jugendlichen fangen, die hier ihr Zelt aufgebaut und die Angeln ausgeworfen haben.

Auf eins kann man sich verlassen: Auf jede Steigung folgt eine tolle Abfahrt. Die nächste endet genau vor dem Gut Leye – und mit einem geplatzten Reifen. Gut, dass Uwe Schmidt, Vorsitzender des ADFC Osnabrück, mitradelt. Er ist mindestens so findig wie Asterix und organisiert ein Ersatzrad. Am Attersee herrscht noch Ruhe. Gut für die Kröten: Hinter Wersen, Richtung Westerkappeln, ist eine ganze Nebenstraße wegen der Krötenwanderung für den Autoverkehr gesperrt.

Größtes Grabdenkmal in Westfalen

Kröten gibt es schon seit etwa 130 Millionen Jahren. Ganz so alt sind die Großen Sloopsteine bei Lotte-Wersen, zu denen es rechts ab in die Waldung Gabeling geht, nicht. Immerhin seit gut 4000 Jahren liegen sie hier, sie sind das größte und am besten erhaltene Grabdenkmal Westfalens. 23,5 Meter lang und 7,5 Meter breit ist das Grabmal. Die Legende sagt, dass Herzog Widukind hier begraben liegt. Beeindruckend zu sehen und schön zu erklettern, sind sie ein guter Platz für eine ausgiebige Pause, bevor es weitergeht.

Links liegen lassen die Radwanderer den Niedrighaussee und kommen in Halen an die Hase. Von hier aus führt ein Radweg direkt von Bramsche nach, immer am Zweigkanal entlang.

Still und steil

Still ruht der Jachthafen, doch auf dem Kanal sind schon einige Ruderer unterwegs. Noch an der Hollager Schleuse vorbei, dann lassen die Radwanderer das Wasser wieder rechts liegen. In Alt-Eversburg geht es links hoch. Hoch muss der Radler dann auch zu den nächsten Steinen: erst unterhalb des Haseschachtes entlang, dann von der alten Oldenburger Landstraße ab in den Wald, ins Haster Hone. Und zwar steil hoch. Gut, dass in den Waldweg auch Treppen eingelassen sind.

Noch ältere Steine

Dafür sind die Karlsteine, diese beeindruckende Ansammlung großer Steine im Wald, aber noch älter als die Großen Sloopsteine: aus der Jungsteinzeit, 3500 bis 2800 – vor Christus, versteht sich. Vier riesige Decksteine liegen auf den sechs Trägersteinen. Auch hier lohnt sich eine Pause, bevor es durch den Wald Richtung Rulle geht. Nächstes Ziel: das Nettetal.

Wer seine Familientour um mindestens zwei Stunden verlängern will, hält bei Knollmeyer. Bei Minigolf und im Kletterwald kann der Radwanderer, falls er noch nicht ausgelastet ist, ein paar andere Sportarten ausprobieren, oder aber er entspannt sich im Biergarten, bevor die Fahrt weitergeht, vorbei am Kloster Nette und auf dem Oestringer Weg hin zu den letzten Steinansammlungen dieser Hinkelstein-Tour.

Hünengräber zwischen Rulle und Haste

Am Rand liegen die Oestringer Steine, ebenfalls von 3500 bis 2800 vor Christus. Diese Hünengräber sind allerdings nicht in einem solch guten Zustand wie zuvor die Karlsteine. Doch auch sie haben etwas Einmaliges: Sie waren einst zwei direkt nebeneinander liegende, aber nicht miteinander verbundene Großsteingräber.

Entlang der Nette und dann auf dem Haseuferweg geht es zurück in die Osnabrücker Altstadt. Hier ist der Straßenverkehr die größte Herausforderung. Apropos Herausforderung: Am Piesberg passieren die Radwanderer einen Weg, der links in den Wald führt. Er verbindet Süberweg und Fürstenauer Weg und heißt Schwarzer Weg. Warum, erklärt Uwe Schmidt: „Hier fahren nur die ganz Sportlichen hoch. Und selbst denen wird noch schwarz vor Augen.“

Asterix und Obelix hätten als Belohnung ein ordentliches Wildschwein gegrillt.


Die Rundtour „Asterix, Obelix und Co. Den Hinkelsteinen auf der Spur“ ist 43,3 Kilometer lang und hat eine Höhendifferenz von 81 (von 53 bis 134) Metern. Der Gesamt-Anstieg liegt bei 369, der Gesamt-Abstieg bei 372 Metern. Etwas Kondition benötigt man also schon, um die Tour abzufahren. Die Tour dauert etwa viereinhalb Stunden. Weitere Infos auf www.adfc-osnabrueck.de oder www.stonepages.de .

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