Hersteller spart Energie Bei Rawie in Osnabrück ist es im Heizraum eher kalt



Osnabrück. Rawie ist für Prellböcke und Schranken international bekannt. Die Firma hat ihr Gebäude im Osnabrücker Hafen saniert, um Energie zu sparen.

Die Schranke vor der Firma am Ende der Dornierstraße stammt aus der eigenen Produktion. Rawie stellt sie für den internationalen Markt her und für spezielle Zwecke – unter anderem für den Tunnel, vor denen im Brandfall die Zufahrt gesperrt werden muss. Weltweit bekannt ist der Osnabrücker Betrieb vor allem für seine Prellböcke, mit denen Züge möglichst sanft abgebremst werden können: Bremselemente umklammern die Gleise. Die jeweilige Konstruktion hängt unter anderem davon ab, wie lang der jeweilige Bremsweg für Bahnen und Metrozüge sein darf. Geschäftsführerin Carla Editha Högermann beschreibt es so: „Für uns ist jeder Auftrag eine neue Situation.“ So muss es von Anfang an gewesen sein. Franz Rawie gründete das Unternehmen 1882 und wurde rasch für seine Prellböcke bekannt. Die Firma unterhält derzeit 35 Auslandsvertretungen. In Osnabrück beschäftigt sie etwa 60 Mitarbeiter.

1979 zog die Firma aus dem Stadtteil Schinkel in das Hafengebiet. Und aus der Zeit stammte bis vor Kurzem die Heizung für das Verwaltungsgebäude und die Warmwassertechnik zum Duschen beim Schichtwechsel. Vor drei Jahren begann die Modernisierung. Betriebsleiter Reinhard Lanwert trieb anfangs die Frage um: „Was können wir machen?“ Am Anfang standen Informationen von der Industrie- und Handelskammer (IHK), dann ein Förderantrag bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW), die grünes Licht für die Energieberatung unterstützte. Damit kam Carsten Mücke ins Spiel: Der Energieberater mit Büro in der Dodesheide, macht sich auf die Suche nach Schwachstellen und bietet Firmen schließlich ein Gesamtkonzept an.

„Erst kam die Hülle“ berichtete Betriebsleiter Lanwert. 2012 ließ Rawie das Dach ihres Verwaltungsgebäudes dämmen und begrünen. 2013 und 2014 erhielt das Haus dreifachverglaste Fenster.

Was die Technik des Hauses angeht, stellte Energieberater Mücke fest: „In den 1970er Jahren wurde oft überdimensioniert.“ Dass es heute um Effizienz geht, bemerkt der Besucher, wenn er den Heizraum der Firma Rawie betritt: Dort ist es jetzt eher kühl. Auf 25 bis 30 Grad schätzt Betriebsleiter die früher übliche Temperatur in dem Raum.

Herzstück ist ein Automotor, der als Blockheizkraftwerk mit Gas arbeitet, Strom herstellt und pro Jahr fast 150000 Kilowattstunden Primärenergie und mehr als 40 Tonnen Kohlendioxid (CO2) einspart. Neue Brennwertkessel sparen 213000 Kilowattstunden Erdgas ein, Hocheffizienzpumpen tragen ebenfalls zur Einsparung bei. Rawie investierte 133000 Euro, um jetzt zu sparen. Als nächstes ist die Beleuchtung dran.


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