Seit 50 Jahren SKM Osnabrück: Einsatz für Menschen am Rande

Für Wohnungslose macht sich der SKM ebenso stark für für Arbeitslose, verschuldete Menschen oder Kinder und Jugendliche in Not. Foto: dpaFür Wohnungslose macht sich der SKM ebenso stark für für Arbeitslose, verschuldete Menschen oder Kinder und Jugendliche in Not. Foto: dpa

Oabrück. Wohnungslosenhilfe, Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Schuldnerberatung, rechtliche Betreuung, Sozialarbeit, Stabilisierung und Qualifizierung von Arbeitslosen mit besonderen Problemlagen. Breit aufgestellt ist der SKM 50 Jahre nach seiner Gründung in Osnabrück.

Aus dem im Ruhrgebiet 1912 gegründeten Katholischen Männer-Fürsorge-Verein wurde der Sozialdienst Katholischer Männer. Die weithin bekannte Abkürzung SKM ist geblieben, als sich der Verein 1999 in Katholischer Verein für soziale Dienste umbenannte. Moderner wurde auch die Wortwahl: Am Anfang hieß es „Schutz und Rettung für Knaben und Männer in geistlich-sittlicher Not und Gefahr“. Heute bietet der SKM Osnabrück immer noch Unterstützung und Begleitung für Menschen am Rande der Gesellschaft, mit rund 150 Ehrenamtlichen wie früher, aber auch professionell mit 250 Fachleuten auf 100 Stellen.

Die neuere Geschichte des SKM Osnabrück beginnt mit der Neu-Gründung im Jahr 1963. Die Nationalsozialisten und der Krieg hatten die Arbeit lange Zeit unterbrochen. Erster Mitarbeiter ist der damals noch Fürsorger genannte Sozialarbeiter Werner Bensmann. An der Hasemauer 16 bezieht er ein 24 Quadratmeter großes Büro mit einem ausgedienten Stuhl, einem Bleistift und einem Telefonanschluss. Die Wartenden sitzen auf den Treppenstufen im Hausflur. Für den Außendienst hat Bensmann ein Fahrrad, wie es in der Chronik heißt.

Nichr lange fackeln

Vormundschaften (heute Betreuungen), Familienhilfen und Straffälligenhilfe bestimmen die Arbeit, da viele Anfragen von Gerichten und aus dem Gefängnis kommen. Zehn Jahre später wird ein zweiter hauptamtlicher Mitarbeiter eingestellt. 1977 übernimmt Ludger Overmeyer die Stelle des Geschäftsführers, die er 2008 mit Eintritt in den Ruhestand an Michael Strob übergibt.

In den Folgejahren erweitert der SKM sein Betätigungsfeld. Mit Eröffnung des Laurentiushauses steigt der Verein in die Arbeit mit Wohnungslosen ein. Parallel dazu wird die Wärmestube im Franziskanerkloster von einem Freundeskreis ins Leben gerufen und später an den orden abgetreten. Aktiv dabei ist Ruth Kreutzberg, die für die Vorstandsarbeit gewonnen wird. „Dann haben wir festgestellt, dass das laut Satzung gar nicht möglich war“, lacht der heutige Vorsitzende Heinz-Wilhem Storm. Die Satzung wird umgehend geändert: Seit 1983 dürfen Frauen nun auch offiziell beim SKM mitmischen.

Wohnungslose, die über das Laurentiushaus wieder sesshaft werden, brauchen Mobiliar für ihre neue Wohnung. Aus einem Lagerraum, in dem gebrauchte Möbel aufbewahrt und bei Bedarf überarbeitet werden, wächst in den Folgejahren die Möwe (von Möbelwerkstatt) mit Sozialem Kaufhaus.

Der SKM übernimmt den Kinder- und Jugendnotdienst, einen sozialpädagogischen Hort, Betreuung an Schulen und vieles mehr. „Wenn wir beim SKM ein gesellschaftspolitisches Problem sehen, fackeln wir nicht lange“, beschreibt es Geschäftsführer Strob. Der Verein wolle dabei auch Anstöße für die Politik geben.

Stadt und Landkreis arbeiten nach seiner Aussage gerne mit dem SKM zusammen, weil auch viele Ehrenamtliche in die Aufgaben mit eingebunden werden. Zudem habe die Nähe zur Kirche Vorteile: Finanzielle Engpässe durch vorübergehende öffentliche Zuschusskürzungen seien schon mithilfe des Bistums überwunden worden.

Beim Blick in die Zukunft sind sich Vorsitzender Storm und Geschäftsführer Strob einig: Standard und Qualität des SKM müssten auch unter der immer schwieriger werdenden Finanzierung sozialpolitischer Aufgaben erhalten bleiben. Ebenso wichtig sei die Fürsorge für die Mitarbeiter: Die Zahl der Fälle steige ebenso wie die Komplexität der Aufgaben.


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