Henning Heigl Schiefe Türme sind Thema im BBK-Kunstquartier

Auch die Besucher dürfen in der Ausstellung von Henning Heigl kreativ werden.Foto: Swaantje HehmannAuch die Besucher dürfen in der Ausstellung von Henning Heigl kreativ werden.Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Noch mehr „Bildermontagen“: Nach seiner Ausstellung in der Galerie Letsah, die Henning Heigl im vergangenen Jahr unter dem Titel „Brave New Heimat“ zeigte, ist der Osnabrücker Künstler jetzt im BBK-Kunstquartier zu Gast. Schiefe Türme sind diesmal sein Thema.

„Zwischen oben und unten“ betitelte der pensionierte Kunstpädagoge seine Ausstellung, denn als Grundmaterial für seine Collagen setzte er diesmal Schülerarbeiten zu einem bestimmten Thema ein: Turmbilder. „Ich hatte meinen Schülern von Robinson Crusoe erzählt, der auf seiner einsamen Insel die angeschwemmten Bretter seines havarierten Schiffs zur Verfügung hat, um eine Art Rettungsturm zu bauen“, so Heigl. Von den Originalarbeiten, die daraufhin entstanden, ließ er sich inspirieren.

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Da kontrastiert er den massiv erscheinenden, quadratisch aufgebauten Turm des einen Schülers mit dem filigran-zerbrechlich aufstrebenden eines anderen. Oder er konstruiert einen „Strandevent“ – samt riesiger Geburtstagstorte und zur Musik von einem Party-Lkw mit mobiler Beschallungsanlage Tanzenden auf einem Turm.

Bisweilen greift Heigl auch in das Archiv mit eigenen Arbeiten und baut beispielsweise ein Porträt, das er als Schüler von seinem Bruder malte, in eine seiner skurrilen Montagen ein. Henning Heigl, der Lehrer, der nach seiner Pensionierung wieder zu Pinsel, Farbe und Klebstoff griff, macht keinen Hehl aus der Herkunft seines Rohmaterials: Wie eine Banderole legte er die noch nicht benutzten Original-Schülerbilder mit den Holztürmen am Strand auf dem Fußboden entlang der Wand aus.

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Und damit der Besucher das Gefühl „zwischen oben und unten“ hautnah austarieren kann, beschloss Heigl, sie zur aktiven Teilnahme an der Ausstellung zu animieren: Einen großen Haufen alte Holzleisten und schmale Bretter legte er samt Klebeband bereit, auf dass im Raum ein realer Turm entstehe. Zur Eröffnung wurde das Angebot herzlich angenommen, und es besteht die Möglichkeit, dieses „work in progress“ fortzuführen. In der letzten Woche der Ausstellung will Heigl Besuchern darüber hinaus anbieten, den Turm zu zeichnen.

BBK Kunst-Quartier (Bierstraße 33): „Zwischen oben und unten – Schiefe Türme, von der Wand in den Raum“. Bildermontagen und Objekte von und mit Henning Heigl. Bis 11. April, Di.–Fr. 14–18 Uhr, Sa. 11–16 Uhr.


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