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Eintrag ins Goldene Buch Heute Abend Proteste bei Klitschkos Besuch in Osnabrück?

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Osnabrück. Am heutigen Donnerstagabend diskutieren Vitali Klitschko, Ex-EU-Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering und der Ukraine-Experte Reinhard Lauterbach zum Thema „Ukraine – Land in der Zerreißprobe?“. Zuvor wird sich Kiews Bürgermeister Klitschko ins Goldene Buch Osnabrücks eintragen – ein nicht unumstrittener Akt.

Um 19 Uhr beginnt die Podiumsdiskussion im Europa-Saal der Osnabrück-Halle, durch die Reinhold Mokrosch von der Uni Osnabrück führen wird. Es diskutieren Vitali Klitschko, Parlamentsabgeordneter und Bürgermeister der Stadt Kiew, Hans-Gert Pöttering, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments, sowie der Freie Journalist und Osteuropa-Experte Reinhard Lauterbach. Der Eintritt ist frei. Wir tickern heute Abend live von der Diskussionsveranstaltung. (Weiterlesen: Vitali Klitschko im Interview: Ich bekomme regelmäßig Drohungen)

Streit um Eintrag ins Goldene Buch

Zuvor, um 18.30 Uhr, wird sich Klitschko ins Goldene Buch Osnabrücks eintragen. Das ist alles andere als unumstritten: Die Osnabrücker SPD hatte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert aufgefordert, dem Ex-Boxer diese Ehre zu verwehren. Die SPD, insbesondere Fraktionschef Frank Henning, schloss sich damit kritischen Stimmen von unter anderem der Osnabrücker Hans-Calmeyer-Initiative an, die Klitschko vorwerfen, er habe sich bei den Maidan-Protesten mit der rechtsextremen Swoboda-Partei verbündet, um Präsident Janukowitsch zu stürzen. Ein Politiker, der mit Faschisten paktiere, dürfe sich nicht ins Goldene Buch eintragen, hieß es von der SPD. Die CDU ist für den Eintrag.

Die „Bild“-Zeitung nahm Frank Henning daraufhin in die Liste ihrer „Verlierer“ auf.

Es ist wahrscheinlich, dass Klitschko-Kritiker und womöglich auch die SPD am Donnerstagabend gegen den Eintrag ins Goldene Buch demonstrieren.

Übrigens: Pöttering und Lauterbach dürfen sich ebenfalls in das Goldene Buch eintragen. Und Klitschko in der Vergangenheit bereits in die Goldenen Bücher der SPD-regierten Städte Berlin und Hamburg.

Zum Hintergrund

Vertreter der kleinen Oppositionspartei Swoboda hatten in der Vergangenheit mit antisemitischen und nationalistischen Parolen Aufmerksamkeit erregt. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum setzte die Partei im 2012 auf den fünften Platz seiner Liste mit den weltweit schlimmsten Antisemiten. Klitschko, Parteivorsitzender der Ukrainischen demokratischen Allianz für Reformen (UDAR), argumentierte in der Vergangenheit, man habe zwar unterschiedliche Ideologien, beiden Parteien würden aber (den damaligen) Machtinhaber Vicotor Janukowytsch bekämpfen. Mehr als nur einmal war Klitschko wie selbstverständlich auf Fotos neben Swoboda-Gründer Oleg Tiagnibok zu sehen. In einem Gespräch mit unserer Redaktion hatte der Ex-Boxer eine Zusammenarbeit mit der Swoboda-Partei eingeräumt. (Weiterlesen:Klitschko räumt Zusammenarbeit mit Partei Swoboda ein)

Bei der Parlamentswahl 2012 erhielt Swoboda 10,45 Prozent der Stimmen, 2014 noch 4,71 Prozent.


Der Eintritt in der Osnabrück-Halle ist kostenlos. Jacken und Taschen soll abgegeben werden (Gebühr: 1,50 Euro).

Stadt und Uni Osnabrück veranstalten die „Osnabrücker Friedensgespräche“ zu Fragen der Friedensförderung und Friedenserhaltung.

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