Blues-Rock mit rohem Sound Blueslawine im Haus der Jugend

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Lboe Osnabrück. Bei der 21. Osnabrücker Blueslawine am Samstagabend spielten die drei Bands „Mojo Makers“, The Hamburg Blues Band“ und „Grainne Duffy“ rockigen, roh klingenden Blues im ausverkauften Haus der Jugend.

Die Blueslawine beginnt mittlerweile ihr drittes Jahrzehnt und ist längst eine Institution, was Blues in Osnabrück angeht. Sie wird seit 1994 jährlich vom Verein Osnabrücker Bluesverstärker e.V. veranstaltet. Der Verein möchte damit die Kultur des Blues fördern.

Zugabe der Mojo Makers mit Funk-Einflüssen überrascht

Die Band Mojo Makers aus Dänemark eröffnet den Abend pünktlich um halb acht. Sie spielen rohen und ungeschliffenen Bluerock mit sehr langen zackigen Gitarrensoli ohne erkennbare Melodielinien. Ihre Arrangements sind wild und energievoll – oder anders ausgedrückt: etwas chaotisch und unstrukturiert. Die Stimme von Sänger und Gitarrist Kasper Osman würde auch gut zu Soulmusik passen. Er unterhält das Publikum auf Englisch und zwischendurch mit kurzen Sätzen in gebrochenem Deutsch. In der Zugabe überraschen die Mojo Makers mit Funk-Einflüssen.

Hamburg Bluesband mit melodiöseren Songs

Die Hamburg Bluesband, schon Anfang der 80er Jahre gegründet, spielen melodiösere Songs, zum Teil mit psychedelischen, flächigen, atmosphärischen Gitarrensounds. Sie schaffen es, mit ihren Songs Spannungsbögen aufzubauen. Der Sound ist grob und erdig, aber zwischendurch klingt auch mal klarer Blues und weniger Rock durch. Sänger und Gitarrist Gert Lange, das einzige noch übrige Gründungsmitglied der Band, wirkt mit seiner tief sitzenden Mütze trotz seines Alters fast wie ein frecher Schuljunge: Auf der Bühne ist er zuhause und unterhält lässig seine Zuhörer. Wenn er gerade keine Gitarre in der Hand hält, dann rudert er mit dem Mikrofonständer über die Bühne. Gitarrist Miller Anderson spielt melodiöse Soli auf der Gitarre, aber auch auf der Mundharmonika. Schon 1969 spielte er mit Keef Hartley in Woodstock. Eigentlich sollte Anderson schon 2011 bei der Blueslawine spielen, aber da er krank wurde, musste sein Auftritt abgesagt werden. Die Bluesverstärker freuten sich, dass er nun zusammen mit der Hamburg Blues Band doch noch bei einer Blueslawine auftrat. Im zweiten Teil wird die Band von Meggie Bell gesanglich unterstützt: Mit ihrer rauen und tiefen Stimme passt sie gut in die Band.

Grainne Duffy mit groovenden Bluesrock-Songs

Die Gitarristin, Sängerin und Songwriterin Grainne Duffy aus Irland bringt mit ihrer Band etwas mehr Pfiff in den Abend. Mit groovenden Bluesrock-Songs schafft sie es, ihr Publikum zum Tanzen zu bewegen, das bis hierhin höchstens hin und her wippte. Die Arrangements der studierten Musikerin sind stimmig und ausgefeilt. Duffy singt mit einer rauen Blues-Stimme und spielt zwischen den Gesangsparts schöne Gitarrenmelodien. Neben ihr spielt auch Paul Sherry gekonnt auf der Gitarre.

Für das begeisterte, kreischende und laut applaudierende Publikum gab Grainne Duffy noch über zwanzig Minuten lang Zugaben. Dabei boten sie noch ein grooviges Bass- und Schlagzeug-Solo. Duffy begleitete mehrere Songs auf ihrer akustischen Gitarre.

Für Liebhaber von roh klingendem Blues-Rock, mit Ecken und Kanten, war das Konzert mit den drei Bands sicher ein gelungener Abend. Wer puren, groovenden Blues liebt, der hat diesen möglicherweise bei der 21. Blueslawine vermisst.


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