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Bildungskongress 2015 eröffnet Osnabrück gibt Impulse für eine „bewegte Kindheit“

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Osnabrück. Sport und Spiel machen schlau: Davon sind die Veranstalter des Osnabrücker Kongresses „Bewegte Kindheit“ überzeugt. Von Donnerstag bis Samstag wollen sie 3000 Teilnehmern erklären, warum das so ist. Es ist die größte Tagung zum Thema frühkindliche Bildung in Deutschland.

Der Kindheitskongress wird seit 1991 ausgerichtet und findet in diesem Jahr zum neunten Mal statt. Organisiert wird er vom Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Osnabrück und dem Niedersächsischen Institut für Frühkindliche Bildung und Entwicklung (Nifbe). Die dreitägige Veranstaltung, die in der Osnabrück-Halle, an der Uni sowie in mehreren Sporthallen der Stadt über die Bühne geht, richtet sich vor allem an Erzieher, Lehrer und Übungsleiter. Zielgruppe sind außerdem Sozial- und Heilpädagogen, Ärzte und Psychologen sowie Vertreter von artverwandten Berufen.

„Sie alle setzen sich ein für Kinder, für eine Kindheit, in der Kinder noch Kinder sein dürfen, in der sie Respekt und Wertschätzung erfahren und in der ihre unmittelbaren Bedürfnisse nach Spiel und Bewegung erfüllt werden“, sagt Kongressleiterin Prof. Dr. Renate Zimmer. In keiner anderen Lebensphase sei der Mensch so sehr auf körperlich-sinnliche Erfahrungen angewiesen, um die Welt zu entdecken und zu verstehen, wie in der Kindheit.

Schwerpunktthema Inklusion

Wie Kinder in den ersten zehn Lebensjahren lernen und dabei unterstützt werden können, soll bei dem Kongress in mehr als 180 Vorträgen, Seminaren und Workshops erläutert werden. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf dem Thema Inklusion. Damit ist die vollständige Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen, insbesondere von Minderheiten, am gesellschaftlichen Leben gemeint.

Inklusion sei „eine der großen bildungspolitischen Herausforderungen der nächsten Jahre“, heißt es dazu im Programmheft. Oder wie Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne) als Niedersachsens Ministerin für Wissenschaft und Kultur es in ihrem Grußwort formuliert: „Es gilt, eine Haltung zu entwickeln, die Vielfalt tatsächlich als Chance und als Ressource versteht.“ Bewegung biete dafür die ideale Plattform. Sie lasse „Kinder mit unterschiedlichsten körperlichen oder sozio-kulturellen Voraussetzungen teilhaben und das Gefühl von Selbstwirksamkeit und Anerkennung erfahren“, so die Landespolitikerin.

Internationale Referenten

130 Referenten aus vielen Teilen der Welt stellen den 3000 Kongressteilnehmern neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Entwicklung, Bildung und Erziehung von Kindern vor. Außerdem geben sie praktische Anregungen für die Gestaltung einer „bewegten Kindheit“. Die Schirmherrschaft über den Osnabrücker Kongress „Bewegte Kindheit“ 2015 hat Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) übernommen. Sie stellt fest: „Zum Bildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflege und Schulen gehört auch die Förderung der Bewegung.“ Die Tagung gebe dem Personal „wichtige Impulse für Bildung und für eine gesunde Lebensweise“.

Auch Universitätspräsident Wolfgang Lücke hebt die Bedeutung der Veranstaltung als Schnittstelle von Theorie und Praxis hervor: Seit mehr als 20 Jahren sorge sie dafür, „dass die Forschungsergebnisse in diesem Bereich auf dem schnellsten Wege Eingang in die Arbeit all derer finden, die mit Kindern im Vorschulalter zu tun haben“.

Stadt als Vorreiter

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert sagt: „Kinder sind unser wichtigstes Gut, sie sind unsere Zukunft.“ Was Inklusion angeht, marschiere Osnabrück im Bereich frühkindlicher Bildung und Förderung vorweg. Seit 1993 gebe es in der Stadt die Trägerarbeitsgemeinschaft zur gemeinsamen Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderungen. Und in den Krippen und integrativen Kindertagesstätten würden statt zwei bereits drei Fachkräfte pro Gruppe arbeiten.


Die Geschichte des Osnabrücker Kongresses „Bewegte Kindheit“ reicht bis ins Jahr 1991 zurück. Schon damals stieß er mit 1000 Teilnehmer auf eine beachtliche Resonanz. Die Neuauflage fünf Jahre später zog bereits 1700 Interessierte an. Auch in der Folge wuchs die Zahl der Besucher und Redner mit dem Programm (Broschüre 2015 herunterladen; PDF 5,6 MB). Von 2000 bis 2009 fand der Osnabrücker Kindheitskongress alle drei Jahre statt. Seit 2011 gibt es ihn alle zwei Jahre.

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