„Selfies gegen Rassismus“ „Selfies gegen Rassismus“ vor Osnabrücker Litfaßsäulen

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Osnabrück. Mit einer Selfie-Aktion vor den 108 Osnabrücker Litfaßsäulen will die Stadt ein eindrucksvolles und witziges Zeichen gegen Rassismus setzen. Seit Freitag lächeln Sergej Drosdow aus Russland, Bettina Escaño Papoli-Barawati von den Philippinen, Ceylan Sert aus der Türkei und Boubacar Sokona aus Mali die Passanten an. Die vier Osnabrücker stehen für die Vielfalt in der Stadt.

Vor anderthalb Jahren wurde das Projekt „Gesichter meiner Stadt“ von Tobias Romberg ins Leben gerufen . Junge Leute aus verschiedenen Schulen porträtieren zugewanderte Osnabrücker . Mehr als 15000 Migranten aus 144 Ländern dieser Welt leben in Osnabrück. Hinter dieser beeindruckenden Vielfalt stecken Einzelschicksale und Erlebnisse , die auf diese Art dokumentiert werden.

Zeichen gegen Rassismus

Das Projekt wurde anlässlich der Wochen gegen Rassismus in das Programm der Stadt aufgenommen. Die vier „Gesichter meiner Stadt“ werben für Vielfalt und setzen ein Zeichen gegen Rassismus. Dafür stehen auch die Sprüche unter den Gesichtern. „Alter Schwede. Du hier?“, steht unter Boubacar Sokona. „Entspann dich!“, rät Sergej Drosdow. „Immer locker bleiben!“, meint Ceylan Sert, und Bettina Escaño Papoli-Barawati fordert: Halt mal den Ball flach.“

Die 1,70 Meter großen Porträts der Fotografin Angela von Brill laden ein zur Selfie-Aktion „Wir gegen Rassismus“: „ Fotografiere Dich vor dieser Litfaßsäule und sende Dein Foto an gesichter@gmx.de oder 0176-35451462 (per Whatsapp). Aus allen eingesendeten Fotos entsteht ein gemeinsames Bild, ein Osnabrücker Zeichen gegen Rassismus.“

Stadt und Sponsor geben Geld

Wie die bis Ende des Monats eingeschickten Selfies verarbeitet werden, steht noch nicht fest. Samara Budde und Florian Hehmann von der Ursulaschule und Mieke Hoschek vom Gymnasium „In der Wüste“ waren aber schon mal dabei, als am Dienstagnachmittag die Aktion vor den Litfaßsäulen an der Lotter Straße/Ecke Moltkestraße vorgestellt wurde. Drei der vier „Gesichter meiner Stadt“ stellten sich dabei den Fotografen.

Finanziert wurde die Plakataktion von der Stadt Osnabrück und dem Sponsor Coffee Perfect. In dessen Café an der Kaffee-Partner-Allee 1 findet am 25. April die Präsentation der Ergebnisse statt, kündigte Geschäftsführer Christoph Geyer an. Für den Promi-Faktor sorgt das Model Rebecca Mir, Zweitplatzierte bei „Germanys next Topmodel“ und von einem Männermagazin als „Sexiest Women in the World“ gekürt. Coffee Perfect sei ein Haus mit internationalen Gästen, sagte Geyer. Auch weil das Café in der Nähe des neues Flüchtlingshauses liege, wolle die Firma ein Zeichen gegen Rassismus setzen.

„Immer neue Ideen“

Seda Rass-Turgut, Integrationsbeauftragte der Stadt, lobte die Aktion „Gesichter meiner Stadt“ für „immer neue Ideen“. Als im vergangenen Jahr das Großplakat „Osnabrück und Du. Vielfalt ist unsere Stärke“ von Unbekannte zerstört worden war, verkauften Schüler die Schnipsel, um ein neues Plakat zu finanzieren.

Mehr „Gesichter meiner Stadt“ und die Geschichten dahinter sind im Kulturhaus an der Marienstraße zu sehen, lud Katharina Opladen vom Büro für Friedenskultur alle Bürger ein. In der zweiten Staffel des Projektes werden seit Montag neue Länderseiten präsentiert, den Auftakt macht Haiti: www.gesichter-meiner-stadt.de/gesichter/margarethe-flick-aus-haiti/ .


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