Rudolf Lichtenberg durfte mitfliegen Der Osnabrücker Doppeldecker und der Fotograf


Osnabrück. Rudolf Lichtenberg war immer dabei, wenn sich eine gute Gelegenheit zum Fotografieren bot. Kurz bevor der Doppeldecker DFW-C V auf der Netter Heide verschrottet wurde, durfte er mit dem Piloten Max Schüler in den Osnabrücker Himmel aufsteigen und die Stadt von oben ablichten.

Eine vergilbte Mappe mit einzigartigen Luftbildern zeugt von dem Rundflug mit dem Kriegsdoppeldecker. Sie wurde dem Museum Industriekultur von Eduard Hebestreit vermacht, dem letzten Vorstand der Osnabrücker Aktien-Bierbrauerei auf dem Westerberg.

Hebestreits Vater hatte nach dem Ersten Weltkrieg die Aufgabe, das übrig gebliebene Kriegsmaterial für die Alliierten zu verwalten. Dazu gehörte auch das Flugzeug auf der Netter Heide. Weil Hebestreit senior ein Auge zudrückte und Lichtenberg kurz vor der Zerstörung des Doppeldeckers den Mitflug erlaubte, revanchierte der sich wohl mit der Fotomappe.

Zehn „frische“ Luftaufnahmen stellte der Fotograf für Hebestreit zusammen, Bilder vom Hauptbahnhof, dem gerade erst fertiggestellten Stichkanal und dem Stahlwerk Georgsmarienhütte. Ein Foto zeigt den Flugplatz Netter Heide von oben, auf einem anderen sind Kumuluswolken zu erkennen.

Lichtenberg fügte noch fünf Luftbilder hinzu, die er schon vor dem Ersten Weltkrieg aufgenommen hatte. 1912 hatte er Gelegenheit gehabt, die Stadt von oben aus dem Luftschiff Viktoria Luise zu fotografieren.

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