Musikunterricht im Redweik-Stil Popmusiker startet Schulaktion in Osnabrück und Wallenhorst

Von Stefan Alberti


Osnabrück/Wallenhorst. Schüler begeistert, Lehrer beeindruckt, Künstler entzückt – viel besser geht es eigentlich nicht: Der deutsche Pop- und Rockmusiker Robert Redweik war zwei Vormittage zu Gast in der Realschule Wallenhorst und in der Domschule Osnabrück, um zu musizieren, zu informieren und auf seine ganz spezielle Art zu unterrichten.

Die beiden Schulen waren die Premieren-Schauplätze einer etwas anderen Tour des Künstlers. Nach Wallenhorst und Osnabrück will Robert Redweik noch bis zum 17. April deutschlandweit weitere Schulen besuchen, um seine Aktion „Music for action“ zu präsentieren – in Kooperation mit Vertreterinnen des Kinderhilfswerks Plan International Deutschland und der dazugehörigen Jugendgruppe „Plan Action“.

Für einen Musiker sind derartige schulische Ausflüge keineswegs alltäglich. Und so musste Robert Redweik nach jeweils drei Doppelstunden in Wallenhorst (mit Siebtklässlern) und Osnabrück (mit Schülern aus den Klassen sieben bis zehn) auch erst einmal tief durchatmen: „Das war ein tolles und gelungenes Experiment.“

Wie findet man sich als Band?

Die Zutaten und Fragestellungen dieses Experiments: Wie findet man sich als Band? Was muss man alles tun, um professionell Musik zu machen? Reicht Talent allein aus? Welche Aufgabenverteilung herrscht hinter den Kulissen? Und vor allem eine ganz zentrale Frage: Wie werde ich überhaupt ein Popstar? Robert Redweik gab den Schülern Antworten und machte schnell deutlich, dass ein Sieg bei einer Casting-Show wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder „The Voice of Germany“ vielleicht erstrebenswert sei, aber: „Was ist aus all den Siegern dieser Shows geworden?“, fragte der 31-Jährige provokant in den Klassenraum. Es gehöre schon viel mehr dazu, um dauerhaft in der manchmal als Haifischbecken verschrienen Branche Fuß zu fassen. Sein vereinfacht ausgedrücktes Rezept: „Songs, Songs, Songs.“ Immer wieder musikalisch abliefern. Langer Atem und etwas Glück könnten ebenfalls nicht schaden.

Es wurde nicht nur Theorie „gepaukt“

Apropos Songs. Es wurde nicht nur Theorie „gepaukt“. Robert Redweik präsentierte den Schülern live und akustisch seinen im vergangenen Jahr veröffentlichten Song „Zeit zu leben“. Der Künstler zeigte anhand dieses Liedes auf, wie sich Akustik- und Studioversion unterscheiden, wie sich ein klassischer Popsong überhaupt zusammensetzt. Robert Redweik schlug hier auch die Brücke zum eingangs erwähnten Kinderhilfswerk Plan International, dem er „Zeit zu leben“ gewidmet hat. Anna Hillberg und Carolin Kern versorgten die Jugendlichen dann auch mit den Fakten rund um die Organisation Plan International und der Jugendgruppe „Plan Action“, die sich für die Kinderrechte in Entwicklungsländern einsetzen.

Redweik-Doppelstunde

Die Krönung der Redweik-Doppelstunde: Anhand der Informationen der Plan-Verantwortlichen führte der Musiker die Schüler in die Songwriting-Geheimnisse ein. Für den Mittelteil des Liedes „Zeit zu leben“ entwickelte er gemeinsam mit den Schülern neue Songtexte – wie zum Beispiel: „Gebt den Kindern ihre Rechte, setzt euch endlich für sie ein. Gebt ihnen eine Zukunft, denn genauso soll es sein.“ Nach dem Texten wurden die neu kreierten Strophen auch gleich eingesungen.

Fazit: „Für solche Schulstunden stellen wir uns immer gerne zur Verfügung“, fassten die stellvertretenden Schulleiterinnen Daniela Kohlbrecher (Wallenhorst) und Sabine Müller (Osnabrück) treffend zusammen.


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